Große Sorgen um heurige Maisernte

Auch die steirischen Bauern kämpfen heuer mit explodierenden Produktionskosten und fallenden Erzeugerpreisen. Die Preisschere geht für die Bauern weiter auf. Die steirische Landwirtschaftskammer gab erste Zahlen zur Ernte 2008 bekannt.

Die heimischen Bauern hatten heuer extrem schwierige Witterungsbedingungen zu bewältigen – 2008 war das regenreichste Jahr seit 35 Jahren und das früheste Anbaujahr aller Zeiten. Sommergetreide wurde schon im Februar angebaut, Mais teils Ende März/Anfang April angebaut.

Große Maisernte bereitet massive Sorgen
Große Sorgen bereitet die zu erwartende Mais-Rekordernte in der Steiermark. Da auch in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, in der Ukraine und Rumänien eine doppelt so hohe Ernte erwartet wird, ist der Marktdruck massiv.

Produktionskosten explodieren, während die Erzeugerpreise fallen. Preisschere geht weiter auf
Die gestiegenen Betriebsmittelkosten treiben die Preisschere für die Bauern weiter auseinander, gleichzeitig sind die Bauern insbesondere bei Mais und Getreide mit stark sinkenden Erzeugerpreisen konfrontiert. Vor allem Diesel und Handelsdünger haben sich galoppierend verteuert. Innerhalb des letzten Jahres stiegen die Preise für Diesel um 32 Prozent, für Dünger um 63 Prozent und Futtermittel um 56 Prozent.

Regenreichstes Jahr seit 35 Jahren: Um 140 Prozent mehr Niederschläge als in Normaljahren.
Gleichzeitig war 2008 eines der frühesten Anbaujahre aller Zeiten. Bereits im Februar wurde Getreide angebaut, Ende März/Anfang April schon Mais. Seit 2001 verschiebt sich die Anbauphase nach vorne. Alle Bauern, die die Herausforderungen des frühen Anbaus – bedingt durch den fortschreitenden Klimawandel – annehmen, haben bisher unterm Strich profitiert.

Temperatur stieg 2008 um durchschnittlich zwei Grad Celsius
Der Klimawandel schreitet weiter voran. Die Bauern spüren diese massive. Um durchschnittlich zwei Grad Celsius stiegen auch heuer die Durchschnittstemperaturen im Sommer. Der ungewöhnlich häufige Wechsel an sehr warmen und kühleren Temperaturen im Sommer führte zu heftigen Gewittern mit schweren Hagelschlägen, die in der Landwirtschaft einen Schaden in einer Rekordhöhe von mehr als 20 Millionen Euro anrichtete. Den ersten Hagel gab es bereits am 11. Juni, den vorerst letzten am 12. September.




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Aktualisiert am: 02.10.2008 17:15
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