Grillitsch und Daul bei steirischem Milchbauern

Der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volksparteien im EU-Parlament (EVP), Joseph Daul und der Präsident des österreichischen Bauernbundes, Fritz Grillitsch, haben sich bei einem Lokalaugenschein bei einem Milchbauern in der Steiermark ein Bild von der schwierigen Lage am Milchmarkt gemacht.
Am Hof von Hermann Madl(rechts) in Seckau trafen Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch (mitte) und der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament Joseph Daul (links) zusammen. Es ging um Lösungsansätze für die in einer schweren Krise steckenden europäischen Milchbauern.
Am Hof von Hermann Madl(rechts) in Seckau trafen Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch (mitte) und der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament Joseph Daul (links) zusammen. Es ging um Lösungsansätze für die in einer schweren Krise steckenden europäischen Milchbauern.
Joseph Daul, der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volksparteien im EU-Parlament (EVP), hat sich bei einem Lokalaugenschein im obersteirischen Seckau persönlich ein Bild von der schwierigen Lage der österreichischen Milchbauern macht. „Wir kämpfen auf allen Ebenen und knüpfen Allianzen“, sagte beim Besuch Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch anlässlich des Besuches von Daul. „Gemeinsam mit Frankreich bemühen wir uns um eine gemeinsame Vorgehensweise in Richtung einer neuen EU-Milchmarktordnung. Die Europäische Kommission muss ihre Interventions- und Aufkaufpolitik von Butter und Magermilchpulver fortsetzen“, stellten Daul und Grillitsch unisono klar, „denn erst wenn der Markt auf der Angebotsseite bereinigt ist, kann der Milchpreis wieder steigen.“

Markt alleine regelt sich nicht- Politik ist gefragt
Falls die Kommission, wie bereits angekündigt, die Interventionskäufe im kommenden Frühjahr aber einstellen sollte, steigt unwillkürlich wieder der Preisdruck“, befürchtet Grillitsch. Und die geringe Preisentspannung um 1 bis 3 Cent pro Kilogramm Rohmilch-Erzeugerpreis, die sich inzwischen bemerkbar macht, „wäre dann sofort wieder verpufft.“ Der Bauernbund-Präsident verstärkt deshalb alle Anstrengungen auf EU-Ebene. EVP-Chef Daul sichert Grillitsch bei der Durchsetzung eines „Fünf-Punkte-Programms“ seine volle Unterstützung zu. „Wenn die Marktpreise sinken, dann muss die Politik eingreifen. Der Markt allein regelt das nicht“, stellte Daul am 38 Hektar großen Heumilchbetrieb von Hermann Madl in Hart bei Seckau klar. Dabei setzt der EVP-Chef darauf, dass das EU-Parlament durch den Lissabon-Vertrag aufgewertet wird. „Wenn wir Lissabon haben, dann kommen wir wieder voll ins Spiel“, so Daul. Dabei müsse die EU auf Exporterstattungen, Interventionskäufe und eine Verarbeitungsprämie für die Lebensmittelindustrie setzen, damit wieder echte Milch und Butter in die Produktion gelangen.


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Aktualisiert am: 07.10.2009 16:03
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