Grillitsch: Agrarförderungen völlig transparent

Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch spricht sich gegen den "Durchleuchtungs-Vorschlag" aus.
„Transparenz und Offenlegung – das gibt es bei uns schon längst. Dazu bekennt sich die Landwirtschaft voll und ganz. Doppelförderungen oder Fördermissbrauch können bei den strengen Kontrollen völlig ausgeschlossen werden“, hält Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch den jüngsten „Durchleuchtungs-Vorschlag“ der SPÖ für völlig überflüssig. „Seit Juni 2008 liegt die komplette Förderlandschaft der heimischen Landwirtschaft offen und ist in der sogenannten Transparenzdatenbank im Internet für jeden einsehbar. Insgesamt bezieht die österreichische Landwirtschaft 2,2 Milliarden Euro an leistungsabhängigen Prämien und Förderungen“, stellt Grillitsch klar. „Davon sind rund 1,8 Milliarden EU-Mittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik. Österreich gibt damit 1 % seines Bruttonationalproduktes für die Landwirtschaft aus. Wenn Kräuter über indirekte Förderungen bei Wirtschaft und Landwirtschaft mutmaßt, soll er zunächst seine offenbar abstrusen Rechenmethoden offenlegen“, so Grillitsch.

Inlandskonsum, statt fetter Kammerumlagen
„Die SPÖ und ihre Kampforganisation AK soll sich auf ihre Kernaufgabe konzentrieren und ein Konzept vorlegen, wie in Österreich neue Arbeitsplätze geschaffen werden können“, empfiehlt der Bauernbund-Präsident. In Österreich sichert die Landwirtschaft 530.000 Arbeitsplätze, die auch der AK „dicke Kammerumlagen“ eintragen. „Der ureigentliche Daseinszweck der sozialpartnerschaftlichen Einrichtung AK ist meines Wissens die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen. Wenn der SPÖ nichts Besseres einfällt, als unentwegt und ohne Sachinteresse und Fachkenntnisse gegen die Landwirtschaft zu polemisieren und damit die Jobs in der Landwirtschaft zu gefährden, dann müssen wir im Parlament wohl darüber diskutieren, ob 350 Millionen Euro Kammerumlage in Zeiten der Krise überhaupt vertretbar sind“, so Grillitsch.
„Wenn wir die Inlandsnachfrage um 10 % ankurbeln, statt Waren zu importieren, schaffen wir 10.000 neue Arbeitsplätze“, rechnet Grillitsch vor. „Damit verbunden sind Wertschöpfungseffekte von 1,1 Milliarden Euro und ein Einspareffekt von rund 20 Millionen Euro. Weil jeder zusätzliche Arbeitslose das Budget mit 2.100 Euro inklusive entgangener Lohnsteuer belastet“, so der Bauernbund-Präsident abschließend.


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Aktualisiert am: 19.04.2010 14:13
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