Greenpeace: Elektronik-Riesen scheitern an eigenen Umweltzielen

Punkteabzüge für Dell, Samsung und Toshiba im Ratgeber ‚Grüne Elektronik’
Die Hersteller elektronischer Produkte arbeiten nach unterschiedlichen Umweltstandards, den Konsumenten sind diese meist nicht bekannt.
Die Hersteller elektronischer Produkte arbeiten nach unterschiedlichen Umweltstandards, den Konsumenten sind diese meist nicht bekannt.
In der fünfzehnten Ausgabe des Greenpeace-Ratgebers „Grüne Elektronik“ haben Dell, Samsung und Toshiba gleich einige Abzugspunkte kassiert, denn diese drei Unternehmen haben ihre selbst festgelegten Zeitpläne zur Entfernung von Polyvinylchlorid (PVC) und bromierten Flammschutzmitteln (BFR) aus ihren Produkten inzwischen wieder zurückgezogen. Der frühere Spitzenreiter Toshiba fiel aus diesem Grund gleich vom dritten auf den vierzehnten Platz zurück, und Samsung rutschte deshalb von der siebenten auf die dreizehnte Stelle.

Industrie ist initiativ
Die schwache Leistung der erwähnten Konzerne steht in krassem Gegensatz zu den Bemühungen ihrer Mitbewerber Apple und Hewlett-Packard (HP), die ihren Kunden bereits eine ganze Reihe an umweltfreundlicheren Elektronikprodukten bieten. Einige andere Unternehmen gehen sogar so weit, ihren Einfluss geltend zu machen – und das, um gesetzliche Rahmenbedingungen zu erreichen, welche die Verwendung besonders gefährlicher Substanzen wie PVC oder BFR in der Elektronik deutlich beschränken sollen.

Ups and Downs
Die Aufsteiger in dieser fünfzehnten Ausgabe des Greenpeace-Rankings sind Panasonic (vom zehnten auf den sechsten Platz), Sony (vom siebenten auf den sechsten, gleichauf mit Panasonic), HP (vom elften auf den achten) und Sharp (vom dreizehnten Platz auf den neunten).
LG Electronics (LG) fällt von der sechsten auf die zwölfte Stelle zurück, weil Punkte für den mangelhaften Bericht die Energieeffizienz der Firmenprodukte betreffend abgezogen werden mussten. Der LG-Bericht wird nicht nur von Greenpeace kritisiert, sondern wurde auch schon zwei Mal von der Kontrollbehörde ins Visier genommen, weil die Energieeffizienz-Kriterien zum Vorteil von LGE manipuliert worden sind.

Fortschritte sind möglich und nötig
„Einige Firmen konnten durchaus Fortschritte in Richtung einer umweltfreundlicheren Zukunft für Elektronikprodukte machen, denn diese Unternehmen hielten ihre Zusagen ein, innerhalb eines bestimmten Zeitraumes besonders gefährliche Chemikalien aus ihren Produkten zu entfernen. Nun müssen auch die anderen Konzerne diesen Beispielen folgen, damit endlich im großen Rahmen Produkte vertrieben werden können, die ohne PVC und BFR auskommen“, fordert Greenpeace-Sprecherin Claudia Sprinz.

Weitere Informationen: http://marktcheck.greenpeace.at/elektronikranking.html


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Aktualisiert am: 26.05.2010 16:05
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