Graswachstum für Weideplanung kennen und verstehen

Wer hohe Grundfutterleistungen haben will, muss sein Grünland kennen und verstehen. Doch wie halten Gräser einen hohen Weidedruck und häufige Mahd überhaupt aus? Dazu muss man das unterschiedliche Wuchsverhalten der Gräser kennen.
Für eine gute Weideplanung muss das Wuchsverhalten der Gräser bekannt sein.
Für eine gute Weideplanung muss das Wuchsverhalten der Gräser bekannt sein.
Die Blattwachstumszone der Gräser liegt nahe über der Bodenoberfläche. Durch diese geschützte Lage können sie sich rasch von Verbiss und Mahd erholen. Wenn man eine Graspflanze betrachtet, dann befindet sich in der Mitte immer das jüngste Blatt. Dabei ist die Blattspitze das älteste und vollständig ausgebildetste Bauelement. Die jüngsten Teile eines Blattes liegen an der Basis, wo die Zellteilung stattfindet (Abb. 1). Die älteren Blätter befinden sich seitlich davon und beginnen mit dem Erscheinen des neu nachkommenden Blattes bereits mit dem Alterungsprozess. Entscheidend ist, dass nutzungstolerante Arten, wozu Englisches Raygras und Wiesenrispengras zählen, eine kurze Blattlebensdauer haben. Etwa 20 Tage nach dem Blatterscheinen bzw. Keimen geht der Chlorophylgehalt im Blatt bereits zurück. Die Blattlebensdauer von Englischem Raygras liegt je nach Düngung, Witterung und Blattanzahl zwischen 20 und 50 Tagen. Nur bei rechtzeitiger Beweidung (oder Schnittnutzung) stehen in einem Weidepflanzenbestand wenige „tote“ Blätter. Die Verdaulichkeit der Blätter ist hoch und über die Blätter kann die Sonnenenergie effizient für die Photosynthese genutzt werden. Ist der Blattanteil hoch, wird die Graspflanze zur Seitentriebbildung angeregt.

Autoren: Dr. Andreas Steinwidder und DI Walter Starz, Bio-Institut LFZ Raumberg-Gumpenstein

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 13 von „Der fortschrittliche Landwirt“

Weiters in dieser Ausgabe:
  • Kompoststall: Ein System mit hohem Kuhkomfort
  • Betriebsreportage Fam. Rehbichler aus Tirol
  • Grünland hat enorme Eiweißreserven
  • Bei hohen Milchleistungen gibt es keinen Absperrhahn

Aktualisiert am: 02.07.2013 10:33
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