Grassilage: Wie stark anwelken?

Der optimale Anwelkgrad hängt vom Zuckergehalt und der Pufferkapazität des Futters ab. Bei Siliermitteleinsatz kann der Trockenmassegehalt niedriger liegen und damit die Anwelkdauer verkürzt werden.

Wann reicht der Zucker? Hier werden Melasse und Milchsäurebakterien zudosiert.
Wann reicht der Zucker? Hier werden Melasse und Milchsäurebakterien zudosiert.
Die Silierbarkeit eines Futters hängt ab von seinen chemisch-physikalischen Eigenschaften, nämlich Trockenmassegehalt, Zuckergehalt und Pufferkapazität, und den Mikroorganismen auf dem Futter. Von letzteren sind die Milchsäurebakterien für den Siliererfolg von großer Bedeutung.

Wenn von biologischen Siliermitteln die Rede war, waren immer homofermentative Milchsäurebakterien zur Verbesserung der Gärqualität gemeint. Weil der Einsatz von heterofermentativen Milchsäurebakterien zur Verbesserung der aeroben Stabilität mit höheren Verlusten und mit einem höheren Essigsäuregehalt (der möglicherweise die Silageaufnahme beeinträchtigt) verbunden ist, sollte zunächst versucht werden, die Stabilität durch siliertechnische Maßnahmen in den Griff zu bekommen, und zwar: Kein zu sperriges überständiges Futter, hohe Verdichtung, luftdichte Abdeckung und genügender Vorschub bei der Silageentnahme. Wenn diese Voraussetzungen (eine davon, vor allem aber in der Summe) nicht gegeben sind und der TM-Gehalt über 40 % TM liegt, dann kommen die heterofermentativen Milchsäurebakterien in Frage. Diese müssen allerdings mit speziellen chemischen Siliermitteln gegen Nacherwärmung und Schimmelbildung konkurrieren.

Autor: Dr. Josef PFLAUM, Taufkirchen


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Aktualisiert am: 27.04.2006 18:09
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