Grabpflege zu Allerheiligen: Symbole und Farben für die Grabgestaltung

Zwei Drittel der Österreicher besuchen an Allerheiligen die Grabstätten der Familie, mehr als die Hälfte schmücken die Gräber für diesen Anlass. Das zeigt eine Umfrage der AMA-Marketing. Liebevoll ausgesuchte Pflanzen und Blumenschmuck zeigen die Verbundenheit mit den Verstorbenen.
Besonders an Allerheiligen werden die Gräber geschmückt.
Besonders an Allerheiligen werden die Gräber geschmückt.
Für 66 Prozent der Österreicher gehört ein Besuch am Familiengrab zur typischen Allerheiligentradition. 56 Prozent pflegen zu diesem Anlass die Ruhestätte ihrer Lieben mit Pflanzen und Blumen, genauso viele schmücken das Grab mit einem Allerheiligengesteck oder einem speziellen Blumenschmuck. Das ergab eine österreichweite Befragung der AMA-Marketing von 1200 Haushalten im vergangenen November.

Symbolpflanzen: Die Sprache der Blumen
In kaum einem anderen Bereich spielen Symbole eine so große Rolle wie bei der Trauerfloristik und Grabbepflanzung. Symbolpflanzen haben einen über Jahrhunderte gewachsenen, kulturellen Wert und sprechen eine Sprache, die auch heute noch verstanden wird:

  • Efeu oder Immergrün (Vinca) stehen symbolisch für Treue und Ewigkeit.
  • Die Lilie ist das Symbol der Reinheit und der Hoffnung.
  • Die Rose – insbesondere die rote – gilt als das Zeichen der Liebe
  • Manche Blumen nennt man im Volksmund ganz direkt „Totenblumen", beispielsweise Ringelblumen und Tagetes.
  • Die Aster wird im Volksmund auch Allerseelenblume genannt.
  • In Europa sind Buchsbaum, Zypresse, Taxus und Palme immer Totenbäume gewesen, ebenso sind Espe und Weide Symbole der Trauer. Die hängende Form mancher Bäume nennen die Gärtner Trauerform, am bekanntesten ist die Trauerweide.
  • Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Rosmarin "die" Totenblume. Die deutschen Bauern trugen bei Begräbnissen einen Rosmarinzweig in der Hand.
  • Frauenmantel und Mohn sind Sinnbilder des sanften Todes, wobei der Mohn im englischsprachigen Raum auch Symbol für das Gedenken an gefallene Soldaten ist. Dies geht zurück auf den Ersten Weltkrieg, in dem auf den frisch aufgeschütteten Hügeln der Soldatengräber als erstes der Klatschmohn zu blühen begann.
  • Als "Marienblume" stehen Gänseblümchen für die Bescheidenheit, Golderdbeeren (Waldsteinia ternata) aufgrund ihres dreigeteilten Laubes für die Dreifaltigkeit.


Formen und Farben des Trauerschmuckes
Eine beliebte Symbolform für das Grab stellt der Kranz dar. Ein Blumenkranz, Grabkranz oder auch Trauerkranz ist auch heute noch selbstverständlich bei Begräbnissen. Er ist der letzte Ausläufer des Glaubens, der besagt, dass die Seele im Jenseits Trost brauche. Beim herbstlichen und winterlichen Grabschmuck zeigt man durch kunstvoll gebundene Kränze aus buntgefärbten Herbstblättern oder immergrünen Zweigen den Aspekt der Vergänglichkeit.
Auf den Gräbern findet man bei der blumenmäßigen Gestaltung oft ein Kreuz oder auch einen Fisch. Beide sind starke Zeichen des Christentums, manchmal aber auch das A und O als Symbol für Anfang und Ende. Ein Herz bedeutet auch hier Liebe und Zuneigung.
Farbenmäßig sticht Weiß für Friede und Reinheit hervor, Violett steht für die Kirche, Blau für die Treue, Schwarz für Trauer, Gelb für Wärme und Rot für die Liebe.

So hält der Grabschmuck lange Farbe und Frische
Grabschmuck aus Trockenmaterialien bleibt den ganzen Winter hindurch schön. Trockene Früchte oder Fruchtstände, immergrüne Gehölze, Zapfen und Moos bilden das langlebige Grundgerüst. Eriken, Heidekraut und andere robuste Herbstblüher sorgen dafür, dass das Gesteck für lange Zeit Farbe und Frische behält.


Aktualisiert am: 22.10.2012 10:20
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