Goldhafer und Gemeine Rispe bekämpfen

Die Grünlandnachsaat zur Ergänzung der lückigen Altbestände hat sich österreichweit durchgesetzt. Problemflächen mit Gemeiner Rispe, Goldhafer und Moos benötigen allerdings eine Sanierung, um wieder eine bessere Grasnarbe aufzubauen.
Ist zu viel Goldhafer im Bestand, muss die Wiese saniert werden.
Ist zu viel Goldhafer im Bestand, muss die Wiese saniert werden.
Kalzinose ist eine gefürchtete Erkrankung bei Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden. Der Goldhafer – ein wichtiges qualitatives Gras in den Berglagen – kann bei zu großen Anteilen im Pflanzenbestand in der Fütterung bei den Tieren eine „Vitamin-D – Vergiftung“ auslösen. Die Ursache ist eine dem Vitamin D ähnliche Substanz (Glykosid) im Goldhafer – hauptsächlich in den Blättern eingelagert. Mit 1 kg Goldhafer in der täglichen Futterration (bezogen auf die Trockenmasse) wird dem Tier das Doppelte eines Tagesbedarfes an Vitamin-D zugeführt. Bei Überversorgung mit Vitamin-D wird die Ausscheidung vor allem von Kalzium (Ca), Phosphor (P) sowie Magnesium (Mg) vermindert. Die Anreicherung dieser Mengenelemente im Tier führt zu Verkalkungen der Blutgefäßwände. Bei anhaltender Überversorgung werden auch die Kalksalze in Lunge, Niere, Herz, in den Gelenken, Knochen, Sehnen und Bändern abgelagert. Die Bewegungsschmerzen, langsames Aufstehen und gequälter Gang, fallen uns als erstes auf. Der Goldhafer sollte bei zu hohen Anteilen zurückgedrängt werden. Mit einer intensiven Striegelmaßnahme kann der Goldhafer aus dem Bestand genommen werden und der freiwerdende Lebensraum mit Ni + Klee nachgesät werden. Begleitende Maßnahmen in der Fütterung (Mineralstoffmischung) und in der Grundfutterzusammensetzung sollten gleichzeitig im Betrieb vorgenommen werden (siehe ÖAG-Sonderbeilage Heft 17/1998). Haben wir die Kalzinose im Betrieb, sollten die Wiesen mit Goldhafer über 20 Flächenprozent saniert werden.


Autor: Dr. Karl BUCHGRABER, LFZ Raumberg-Gumpenstein



Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 12 von „Der fortschrittliche Landwirt“

Weiters in dieser Ausgabe:

Kälbermilchtransporter im Praxistest
Fliegen im Sommer bekämpfen
ÖAG Beilage: Kälberhaltung am Biobetrieb Teil 2

Aktualisiert am: 06.06.2013 09:30
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