Göweil LT-Master: Handelbare Maissilage in Rundballen

Silomais lässt sich über verschiedene Varianten haltbar machen. Neben dem klassischen Fahrsilo werden heute auch Verfahren angeboten, bei denen das Futter in einem Endlos-Schlauch oder in kompakter Ballenform konserviert wird. Der oberösterreichische Maschinenbauer Göweil bietet mit der neuen LT-Master eine Maschine an, mit der Häckselgut in Rundballenform gepresst werden kann.
Mit diesem Verfahren spricht Göweil zwei unterschiedliche Zielgruppen an: Er bietet auf der einen Seite eine Lösung für kleine landwirtschaftliche Betriebe an, die aufgrund eines geringen Futterbedarfs bisher auf den Einsatz von Silomais in der Fütterung verzichten mussten. Auf der anderen Seite sollen mit der Maschine Betriebe angesprochen werden, die Silomais in Rundballen pressen und weiter verkaufen wollen.Ende Oktober haben wir uns mit Lohnunternehmer Richard Steinwendner und Maschinenbauer Herbert Göweil getroffen, um die LT-Master im praktischen Einsatz zu beobachten.Richard Steinwendner führt seit 1990 ein land- und forstwirtschaftliches Lohnunternehmen in Thalheim bei Wels und hat mit seinen Dienstleistungen schon immer Marktnischen besetzt. Neben Forstmulchern und Strohpressen bietet er seinen Kunden seit 2004 auch das Pressen von Mais-Rundballen an. Heute arbeitet er mit zwei Göweil-Maschinen in der Mais-Saison und bedient Kunden in ganz Österreich und dem angrenzenden Süddeutschland.An der LT-Master gefällt dem Lohnunternehmer besonders der große Aufnahmebunker. Darüber lässt sich die Press-Wickel Kombination direkt und in kurzer Zeit mit einem Kipper oder Abschiebewagen beschicken.

Mais in kleinen Portionen handelbarLaut Herbert Göweil wurde die LT-Master konzipiert, um Silomais, Lieschkolbenschrot, CCM, Strohmehl, fertige Futtermischungen (TMR) sowie Zuckerrübenschnitzel zu Rundballen zu pressen.Von der technischen Seite her unterscheidet sich die LT-Master kaum von einer herkömmlichen Rundballenpresse. Die Presskammer mit fixem Ballenmaß wird über die gesamte Breite von einem Band unterstützt, um Bröckelverluste zu vermeiden. Die Verlustrückführung unter der Presskammer und Ballenwickler sorgt zusätzlich dafür, dass abgebröckeltes Futter zurück in die Presskammer geführt wird. Diese Rückführung wurde bei der aktuellen Maschine in Form eines rückwärts laufenden Gummibandes realisiert.Bei der Entwicklung wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass die Maschine beim Kunden sehr schnell einsatzbereit ist und dass der gesamte Ablauf möglichst vollautomatisch erfolgt. Die Konstrukteure haben aber auch auf eine schonende Ballenablage und eine hohe Flexibilität bei der Beschickung geachtet. Mit einer Breite des Aufnahmebehälters von 3,50 m wollte man allen Größen von Transportfahrzeugen Rechnung tragen. Für lange Arbeitstage führt die LT-Master bis zu 20 Folienrollen mit.Die Durchsatzleistung wird maßgeblich von der Größe der Transportfahrzeuge und der Kontinuität der Beschickung bestimmt. Aber auch der zügige Abtransport spielt eine wichtige Rolle. Das Leistungsziel, ein Hektar Maisfläche pro Stunde zu Rundballen zu verarbeiten, wurde erreicht.Die größten Vorteile des Verfahrens sieht Göweil in der Möglichkeit, Mais in kleinen Portionen zu handeln, ohne die Konservierung zu unterbrechen. Für kleine Betriebe verlieren Faktoren wie der Vorschub im Fahrsilo oder eine zu große Anschnittfläche an Bedeutung, weil jeder einzelne Ballen eine haltbare Einheit ergibt.

[Mehr Bilder und ein Einsatzvideo vom Göweil LT Master]

Autor: Christian LEITNER, Bad Reichenhall (D)


Aktualisiert am: 08.01.2009 15:20
Die Maschine lässt sich überall in Einsatz nehmen. Man benötigt keine befestigte Fläche.
Landwirt.com Händler Landwirt.com User