Glyphosat weiter unter Druck

Nicht selektive Herbizide (z.B. Glyphosat) spalten die Gesellschaft. Widersprüchliche Studien führen zu Skepsis. Die ökologisch wertvolle Mulchsaat ist ohne den Glyphosateinsatz für viele Landwirte aber nicht vorstellbar.
Glyphosate werden vorwiegend zur Stoppelbearbeitung eingesetzt.
Glyphosate werden vorwiegend zur Stoppelbearbeitung eingesetzt.
Nicht selektive Herbizide, wie der Wirkstoff Glyphosat, stehen derzeit im Mittelpunkt vieler Diskussionen. Neben vielen Studien bestätigt auch eine Untersuchung der Universität von Caen eine „toxikologisch weitgehend unbedenklich Wirkung“ (Stellungnahmen der AGES, 2009). Dennoch führen Meldungen über Studien mit anderen Ergebnissen zu steigender Skepsis bei manchen Gesellschaftsschichten.

Vorteile der Mulchsaat
Im Rahmen der DLG-Wintertagung 2013 in Berlin stellte Dr. Bernhard C. Schäfer von der Fachhochschule Südwestfalen klar, dass der Einsatz von nicht selektiven Herbiziden bei Mulchsaat von beispielsweise Zuckerrübe oder Mais sehr oft nötig sei. Auf die Mulchsaat zu verzichten, um damit den Glyphosat-Einsatz zu verringern, würde laut Schäfer dem Verzicht vieler ökologischer Vorteile der Mulchsaat gleichkommen. So könne die Mulchsaat das Erosionsrisiko und die Gefahr des Bodenabtrags verringern. Außerdem sei nach einer Studie von Bischoff die unproduktive Verdunstung geringer und somit der Anteil des pflanzenverfügbaren Wassers höher. Auch das Infiltrationsvermögen (Wasseraufnahmevermögen) des Bodens nimmt mit steigender Extensivität der Bodenbearbeitung zu. Außerdem konnte in verschiedenen Studien eine Erhöhung der Regenwurm- und Laufkäferpopulation durch die Mulchsaat beobachtet werden.

Ohne Glyphosat wieder pflügen
Diese und viele weitere Vorteile würden zu einem guten Teil wegfallen, wenn der Einsatz von Glyphosat nicht mehr möglich wäre, berichtete Dr. Horst-Henning Steinmann von der Universität Göttingen von seiner Studie. Demnach würde der Anteil der gepflügten Ackerfläche in Deutschland von derzeit nur 38 % auf 71 % ansteigen, wenn die Landwirte auf den Einsatz von nicht selektiven Herbiziden verzichten müssten. Der zunehmende Unkrautdruck und die Arbeitsbelastung würden das Mulchen ohne Glyphosateinsatz für viele Landwirte unwirtschaftlich machen.

Einsatz von Glyphosat
Glyphosat wird derzeit vorwiegend vor der Bodenbearbeitung verwendet. Die Anwendungen vor der Saat bzw. vor der Ernte zur Erleichterung des Erntevorgangs spielen eine untergeordnete Rolle.

Aktualisiert am: 16.01.2013 17:28
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