Getreidepreis: Womit haben Schweinehalter und Biogasproduzenten zu rechnen?

Die Wirtschaftlichkeit der Schweineproduktion bzw. von Biogasanlagen hängt neben den Erlösen ganz wesentlich von den Futter- bzw. Substratkosten ab. Diese sind in den letzten Monaten stark gestiegen. Stellt sich dir Frage, ob, wann und in welchem Ausmaß auch die Erlöse steigen.
Hohe Getreidepreise freuen nur einen Teil der Landwirte.
Hohe Getreidepreise freuen nur einen Teil der Landwirte.
Was vor einem Jahr kein Mensch auch nur Ansatzweise geglaubt hat, ist mit der Getreideernte 2007 weltweit über die Landwirtschaft hinweggerollt. Getreidepreise von mehr als 200,- Euro je t waren bis dahin nur ein Wunschdenken! Jetzt sind sie Realität über die sich jedoch weitaus weniger Landwirte freuen, als man es wohl hätte vermuten können.
Für die weitaus größte Zahl landwirtschaftlicher Unternehmer ist Getreide nämlich weniger ein Verkaufsprodukt als vielmehr notwendiges Produktionsmittel für die Veredlung in jeglicher Form. Während Rindviehbetriebe hier über das Grünland noch einen gewissen Puffer haben, spüren Schweinehalter und auch Biogasproduzenten den Preisanstieg mit voller Härte.

Fazit
Der Schweinemarkt wird mittelfristig auf die dadurch gestiegenen Futterkosten reagieren. Der Anpassungsprozess wird allerdings mit einem erheblichen Strukturwandel einhergehen. Nicht nur Größe und Leistung sind in diesem Produktionsbereich dabei entscheidend, sondern insbesondere auch Liquidität wird immer wichtiger. Gut aufgestellte Schweinehalter werden auch im klassischen Familienbetrieb mit hohen Leistungen dauerhaft konkurrenzfähig bleiben.
Deutlich problematischer wird die Situation bei der Erzeugung von Bioenergie sein. Insbesondere Biogaserzeuger spüren den Anstieg der Substratkosten massiv. Der dafür notwendige Anstieg in der Stromvergütung von rund 5 €Cent je kWh müsste politisch durchgesetzt werden. Zwar fordern Politiker eine höhere Bioenergiequote, die Bereitschaft dafür aus dem Steuersäckel zu zahlen ist aber deutlich geringer. Auch die Alternativen zu Silomais sind kaum in Sicht.
So bleibt für viele Produzenten ein bitterer Beigeschmack, wenn höhere Preise für Nahrungsmittel und Energie nicht dort landen, wo die Kosten entstehen.

Autor: DI Peter SPANDAU, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (D)


Aktualisiert am: 25.01.2008 11:34
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