Getreidemarkt vom 10.10.2011

Die weltweite Angst vor einer Finanz- und Wirtschaftskrise sowie dadurch ausgelöste Verfallserscheinungen der Aktienkurse bestimmten in den letzten Wochen praktisch eins zu eins auch die Agrarrohstoffmärkte. Auch am österreichischen Kassamarkt sind die Preise mit den Notierungen an den internationalen Warenterminbörsen mit nach unten gefahren.
Die Maiserträge seien zwar hoch, aber vom erhofften Rekord doch entfernt.
Die Maiserträge seien zwar hoch, aber vom erhofften Rekord doch entfernt.
An der Wiener Produktenbörse gaben diese Woche praktisch alle Kurse von Brotweizen über Roggen, Mais bis hin zu Raps und Sonnenblumen teilweise sogar um deutlich zweistellige Eurobeträge pro t nach. Qualitätsweizen hält nun bei EUR 215,- pro t.

Prognose
COPA/COGECA schätzen die Weichweizenernte der EU 2011 auf 126,34 Mio. t (plus 0,7% nach 125,44 Mio. t) und liegen damit etwas unter der am Vortag veröffentlichten Schätzung des EU-Getreidehandelsverbandes COCERAL von 128,39 Mio. t. Während beide übereinstimmend Rückgänge der Erntemengen von Durum und Gerste sehen, stimmen sie auch darin überein, dass die Maisernte der EU heuer ein sattes Plus gegenüber dem Vorjahr bringen wird. Laut COPA/COGECA werden die Landwirte in der Union heuer 64,01 Mio. t Mais (2010: 55,80 Mio. t) und laut COCERAL 62,65 Mio. t dreschen.

Österreichischer Kassamarkt
Am österreichischen Kassamarkt sind die ersten Nachfragespitzen unmittelbar nach der Ernte verflacht. Das Geschäft laufe aber saisonüblich ruhig weiter. Dies sei auch angesichts der großen Erntemenge des heurigen Sommers und wegen der sehr stark differenzierten Qualitäten positiv bemerkenswert. Besonders gut lasse sich Qualitätsweizen dank seiner sehr guten inneren Qualitäten und Homogenität vermarkten. Premiumweizen spiele dagegen wegen seines relativ geringen Mengenanteils diesmal eine untergeordnete Rolle. Er notierte diese Woche erstmalig aus der Ernte 2011 an der Wiener Produktenbörse mit EUR 230,- pro t, das heißt EUR 15,- über dem Qualitätsweizen.
Der Handel ist mit der Qualitätsweizenvermarktung in der laufenden Saison bisher recht zufrieden. Die bisher verkauften Mengen seien erfreulich, das Geschäft laufe der Jahreszeit entsprechend normal.

Beim Mais hält die bisherige Stimmung an: Die Erträge seien zwar hoch, aber vom erhofften Rekord doch entfernt. Nach klassischem Erntedruck in Ungran und im internationalen Fahrwasser gab aber auch die Wiener Futtermaisnotierung diese Woche um EUR 11,50 auf EUR 170,50 pro t nach. Die großen industriellen Abnehmer in Österreich sollen die Nassmaispreise auf Basis von 30% Feuchtigkeit für die kommende Woche auch auf ein Niveau von rund EUR 110,- netto pro t senken.


Aktualisiert am: 10.10.2011 20:19
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