Getreidemarkt: Welche Getreidepreise kommen?

Zu einer Erntepressekonferenz lud die Landwirtschaftskammer Österreich Ende Juni ein, um über die Ernte- und Preiserwartungen für dieses Jahr zu informieren.
Franz Stefan Hautzinger (Präsident LK Burgenland), Gerhard Wlodkowski (Präsident LK Österreich), Dr. Andreas Leidwein (Vorsitzender Ausschuss Pflanzenbau, LK NÖ), Ing. Franz Windisch (Präsident LK Wien) und Dr. Hannes Lang (Aufsichtsratsvorsitzender der RWA) bei der Erntepressekonferenz.
Franz Stefan Hautzinger (Präsident LK Burgenland), Gerhard Wlodkowski (Präsident LK Österreich), Dr. Andreas Leidwein (Vorsitzender Ausschuss Pflanzenbau, LK NÖ), Ing. Franz Windisch (Präsident LK Wien) und Dr. Hannes Lang (Aufsichtsratsvorsitzender der RWA) bei der Erntepressekonferenz.
Insgesamt wird heuer in Österreich eine Getreideernte von knapp 2,7 Mio. Tonnen erwartet. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 3 %. Der trockene Spätwinter bzw. das Frühjahr zeigen sich hauptverantwortlich für den leichten Ertragsrückgang bei Getreide. Bei der Ernteerwartung für Mais ist man zu diesem Zeitpunkt noch vorsichtig. Man geht aber aufgrund gesteigerter Maisflächen von einer voraussichtlichen Gesamterntemenge (Getreide und Mais) ähnlich jener von 2010 (4,7 Mio. t.) aus. Die Preisentwicklungen sind schwer abschätzbar. In den letzten Monaten schwankte der Weizenpreis an der EuroNext in Paris zwischen 190 und 250 Euro, wobei im Juni eine Abwärtsbewegung erkennbar war. Die so genanten Fundamentaldaten sprechen allerdings eine andere Sprache. Laut Juni-Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) werde heuer das zweite Jahr in Folge die Produktion den weltweiten Verbrauch nicht erreichen. „Die weltweite Getreidebilanz wird bei Rekordproduktion und Rekordverbrauch ein Defizit von 11 Mio. t. aufweisen“, erklärte DI Ernt Gauhs, Leiter der Abteilung Landwirtschaftliche Erzeugnisse der RWA im Rahmen der Erntepressekonferenz. Zudem sollte laut diesem Bericht die „stock to use ratio“ (Verhältnis zwischen Endlagerbestand und Verbrauch) um einen weiteren Prozentpunkt auf 18 % sinken. Bislang galt das Unterschreiten der 20%-Grenze als Übergang zum Verkäufermarkt. „Erstmals wurden heuer im Frühjahr rund 10% der normalen Winterweizenerntemenge mittels Ableitungsmodellen der RWA preislich fixiert“, so Ernst Gauhs, der aber gerade in Zeiten, in denen der Markt nach Orientierung sucht, die Poolvermarktung zur Risikominimierung propagiert.


Aktualisiert am: 29.06.2011 06:53
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