Getreidemarkt: Notierungen weiter auf hohem Niveau

Die Notierungen an der Euronext in Paris halten sich auf hohem Niveau, während die US-Kurse erste Schwächen zeigen. Die Ernteprognosen gehen von einer weltweiten Unterproduktion aus.
Am Freitag (2.8.2012) stieg die Weizennotierung wieder über die 260-Euro-Marke. Der schwache Euro sowie die geringen Ernteerwartungen in der Schwarzmeerregion gelten als wesentliche Gründe.
Am Freitag (2.8.2012) stieg die Weizennotierung wieder über die 260-Euro-Marke. Der schwache Euro sowie die geringen Ernteerwartungen in der Schwarzmeerregion gelten als wesentliche Gründe.
Die weltweite Ernteprognosen von IGC (Internationaler Getreiderat) und USDA (US-Landwirtschaftsministerium) wurden in den letzten Monaten regelmäßig reduziert. Auch in der letzten Schätzung reduzierte der IGC seine Schätzung für die globale Getreideernte (inkl. Mais) auf 1,81 Mrd. t. Damit übersteigt der prognostizierte Verbrauch von 1,83 Mrd. t. die Produktion. Als Gründe für die schwache Produktion gelten vorwiegend die extreme Hitze im mittleren Westen der USA und die geringen Ernteaussichten in der Schwarzmeerregion.

In Österreich schätzt die AMA einen Rückgang der Getreideernte gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel. Mit einer erwarteten Getreideernte von 4,6 Mio. t. inkl. Mais (2,3 Mio. t. ohne Mais) sei dies laut Günter Griesmayr, Vorstandsvorsitzender der AMA, die schlechteste Ernte seit 40 Jahren. Der durchschnittliche Hektarertrag liege bei 43 dt./ha. Vor allem in Ostösterreich wirkten sich Trockenheit im Herbst und Frühjahr sowie die Spätfröste im Mai sehr negativ auf die Erntemengen aus. Die Qualitäten seien aber gut.

Zuletzt konnten sich Weizen und Mais an der Eronext in Paris auf hohem Niveau stabilisieren. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang zu Wochenbeginn schlossen am Freitag sowohl Weizen (Nov.-Termin) als auch Mais (Aug.-Termin) mit 261 Euro im Plus. Auch die Mais-Novembernotierug schloss im Plus (+2,00) bei 252,50 Euro. Damit machte die europäische Leitbörse den leichten Abwärtstrend der US-Kurse nicht mit. Diese gingen Mitte der Woche drei Tage in Folge zurück, nachdem von schwachen Exportzahlen, von Regenprognosen in den Dürregebieten und von Unsicherheiten am Finanzmarkt zu hören war. Der schwache Euro (Exportvorteil) sowie die geringen Ernteschätzungen in Russland sowie im gesamten Schwarzmehrraum sorgten an der Euronext für eine Stabilisierung.

Aktualisiert am: 04.08.2012 10:50
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