Getreidemarkt: Notierungen steigen

Während die Notierungen an den Warenterminbörsen in Chicago und Paris in den letzten Tagen und Wochen kontinuierlich anstiegen, zeigt sich der Kassamarkt in Österreich abwartender.
EuroNext-Notierungen von Weizen der letzten sechs Monate (März-Kontrakt)
EuroNext-Notierungen von Weizen der letzten sechs Monate (März-Kontrakt)
Wetterphänomene in Südamerika (Dürre und Hitze in Argentinien und Brasilien), Trockenheit im Herbst und nun starke Fröste in der südrussischen Kornkammer und im Nordkaukasus sorgten neben dem schwächelnden Dollar für steigende Notierungen an den Börsen.

Angebot deckt Bedarf
Dem gegenüber stehen die Fundamentaldaten des Internationalen Getreiderats (IGC) und des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA). Der IGC beziffert jetzt die globale Weizenerzeugung auf 690 Mio. t, das USDA hatte eine Woche davor 692 Mio. t genannt. Beide Institutionen gehen davon aus, dass der Verbrauch 2011/12 etwa 10 Mio. t darunter liegen wird, sodass die Endbestände wachsen können.
EuroNext-Notierungen von Mais der letzten sechs Monate (März-Kontrakt)
EuroNext-Notierungen von Mais der letzten sechs Monate (März-Kontrakt)
Für Mais gehen die Bewertungen etwas auseinander. Der IGC rechnet damit, dass 2011/12 die globale Erzeugung von 861 Mio. t den Verbrauch nicht decken kann und die Bestände schrumpfen. Das USDA hatte dagegen vor einer Woche eine höhere Erzeugung von 868 Mio. t genannt, die exakt dem globalen Bedarf entsprechen würde.

Kassamarkt zurückhaltend
Der österreichische Kassamarkt geht indes zurückhaltend zur Sache. Die Notierung für Mahlweizen an der Wiener Produktenbörse festigte sich am Mittwoch dieser Woche leicht um EUR 1,50 auf EUR 185,- pro t. Neu hinzugekommen ist diese Woche am Wiener Kursblatt auch wieder der Premiumweizen – mit EUR 233,50 pro t auf einem sehr starken Niveau. Von den Landesproduktenhändlern und Lagerhäusern sind Mahlweizenpreise und Maispreise von EUR 185,-- bis 195,-- (inkl. MWST) zu hören. Die Marktteilnehmer wollen die neuen Signale von den Terminbörsen erst einmal einordnen und deren Nachhaltigkeit abschätzen können.

Quelle der Grafiken: raiffeisen.com


Aktualisiert am: 28.01.2012 11:16
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