Getreidemarkt Deutschland: weiterhin knappe Versorgung

Anders als der europäische Getreidemarkt ist der deutsche Markt nur knapp versorgt. Der Agrarhandel rechnet daher mit stabilen Preisen bis zur neuen Ernte 2012.
Zur Halbzeit des Wirtschaftsjahres 2011/2012 liegen nur mehr ca. 10 % der letztjährigen Getreideernte bei den Erzeugern.
Zur Halbzeit des Wirtschaftsjahres 2011/2012 liegen nur mehr ca. 10 % der letztjährigen Getreideernte bei den Erzeugern.
Die Getreidepreise bleiben, Prognose des Präsidenten des Bundesverbandes der agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), Bruno Fehse, bis zur Ernte 2012 voraussichtlich fest . Zur Halbzeit des Wirtschaftsjahres 2011/12 dürften nur etwa 10 % der letztjährigen Getreideernte noch unverkauft bei den Erzeugern liegen, schätzt der Agrarhandel. Weder die Mischfutterhersteller noch die Mühlen haben ihren Bedarf vollständig abgesichert. Vor allem die Nachfrage der Futtermittelindustrie dürfte daher zu einer Stabilisierung der Preise in den Monaten bis zur neuen Ernte beitragen.
Vom Export gingen keine preistreibenden Impulse aus, weil die deutsche Ware mit Angeboten aus den Schwarzmeerländern nicht konkurrieren konnte. Wie Fehse weiter erläuterte, läuft die Vermarktung der Weizenernte 2012 sehr schleppend an. Nach Schätzungen des BVA haben die kontrahierten Mengen trotz des auskömmlichen Preisniveaus erst einen Stand von etwa 10% des Vorjahresniveaus erreicht. Die Erzeuger hoffen auf Abschlüsse oberhalb von EUR 200 je t Weizen, die derzeit aber nicht zu erzielen seien.

Rapsanbau vor großen Risiken

Bei Ölsaaten ist die Vertragsbindung zum Jahresauftakt in Gang gekommen. Der Vorsitzende des BVA-Ölsaatenausschusses Bernd Kleeschulte geht davon aus, dass etwa ein Viertel der Rapsernte 2012 vertraglich gebunden ist. Aufgrund der kleinen deutschen Vorjahresernte rechnet Kleeschulte mit einem Anstieg der Rapspreise. Etwa ein Viertel der alten Ernte dürfte noch nicht vermarktet sein, vornehmlich in den östlichen Bundesländern. Es sei erstaunlich, dass die Notierungen nicht schon früher ein höheres Niveau erreicht hätten, sagte der Geschäftsführer des Handelshauses Kleeschulte Agrar. Langfristig sieht Kleeschulte für den Rapsanbau in Deutschland allerdings große politische Risiken durch die Vollbesteuerung von Biodiesel ab 2013 und die Umstellung auf die Klimaschutzquote für Biokraftstoffe 2015.


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Aktualisiert am: 13.01.2012 15:06
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