Getreidemarkt - Wie geht's weiter?

Zentrales Thema des diesjährigen Schweinehandelstag auf Burg Warberg war die Frage nach der Entwicklung der Futtermittelmärkte und somit der Getreidemärkte. Sandro Glückert von ATR Landhandel, eines der größten Landhandelsunternehmen in Deutschland, analysierte den bisherigen Marktverlauf und gab Prognosen für die Zukunft.
Die Preisentwicklung von Weizen erlebt derzeit einen leichten Rückgang auf hohem Niveau.
Die Preisentwicklung von Weizen erlebt derzeit einen leichten Rückgang auf hohem Niveau.
Nachdem bereits 2006 der Trend eingeleitet wurde, blieb 2007 die weltweite Getreideproduktion klar hinter dem Verbauch zurück. Einer Produktion von weltweit 1,97 Mrd. Tonnen Geteide steht ein Verbrauch von 2,04 Mrd Tonnen gegenüber. Es belibt ein Fehlbetrag von 72 Millionen Tonnen Getreide. 2006 waren es nur 6 Millioinen, die fehlten.

Was sind die Gründe?

Die Nachfrage aus den Entwicklungs- udn Schwellenländern steigt. Durch steigende Einkommen verändern sich die Ernährungsgewohnheiten hin zum veredelten Produkt. Auch aus dem Energiebereich steigt die Getreidenachfrage eklatant. Die Weltlagrebestände sinken, die Abschaffung der Stilllegung in der EU wird dem etwas entgegen wirken.

Weizen- und Maisbilanz

Während die weltweite Weizenerzeugung stabil bleibt, steigt der Verbrauch stark an. Auch für 2008 wird ein Verbrauch (620,1 Mio to) erwartet, der die Erzeugung (607 Mio to) übersteigen wird.

Beim Mais sieht es noch extremer aus. Der Maismarkt wird sehr stark vom nordamerikanischen Markt beeinflusst. Die USA produzieren 44% und verbrauchen 35% der weltweiten Maisbestände. Durch die Ethanolpolitik in den USA dürfte der Verbrauch bis 2012 über 50% des Weltbedarf ausmachen. Die Weltlagerbestände werden bis 2008 auf die Hälfte des Ausmaßes von 2005 sinken.

Marktentwicklung

Weizen notierte an der Matif-Börse zwischenzeitlich bereits bei 290 Euro, ist aber in den letzten Tagen wieder leicht gefallen (260 Euro). Man spürt dass der Kaufrausch etwas nachlässt. "Die Großhändler haben sich einstweilen mit Ware eingedeckt", erklärt Glückert die Situation. Allerdings erwartet der Experte keine weitere Entlastung. Es werden zwar Substitute für Futtermittel wie Sorghum oder Mais aus Südamerika (aktuell) auf den europäischen Markt kommen, letztendlich ist aber das Preisniveau weltweit mit Abstrichen etwa gleich. "In Amerika bekommt man Getreide und Mais um 30% billiger als bei uns", erklärt Glückert.

Die Anfangsbestände 2007 bewegen sich auf einem Rekordtief. Ernteschäden im nächsten Jahr können dadurch wieder kaum abgefedert werden. Daher hängt die Preisentwicklung in der EU vollständig vom Weltmarkt ab und wird daher volatiler. Das hebt die Chancen, aber auch die Risiken.


Aktualisiert am: 27.09.2007 10:02
Landwirt.com Händler Landwirt.com User