Getreidemärkte und Bioenergie: Keine dramatischen Verschiebungen zu erwarten

Die in den letzten Monaten deutlich gestiegenen Rohstoffpreise und Energiekosten machen der deutschen Ernährungsindustrie wie auch den deutschen Großbäckereien zu schaffen.
Wolfgang Mainz, Mitglied der Geschäftsleitung der Großbäckerei Kronenbrot und Vorsitzender des Ausstellerbeirates der Weltmesse der Ernährung „Anuga“.
Wolfgang Mainz, Mitglied der Geschäftsleitung der Großbäckerei Kronenbrot und Vorsitzender des Ausstellerbeirates der Weltmesse der Ernährung „Anuga“.
Allerdings erwartet Wolfgang Mainz, einer der Hauptreferenten auf der Wintertagung der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) in München und Mitglied der Geschäftsleitung der Großbäckerei Kronenbrot sowie Vorsitzender des Ausstellerbeirates der Weltmesse der Ernährung „Anuga“, vom gegenwärtigen Boom um Bioenergie keine dramatischen Verschiebungen und vor allem keine Engpässe in den nächsten Jahren bei der Versorgung mit Qualitätsgetreide und Brotweizen in Deutschland.

Mainz plädierte bei den Einschätzungen für 2007 und die Folgejahre „für mehr Nüchternheit und Realitätssinn“. Zwar sei in den kommenden Jahren mit stärkeren Schwankungen bei den Rohstoffpreisen als bisher zu rechnen, doch „die Kräfte des Marktes sind die effektivsten Instrumente“. Der Markt werde schnell auf die neue Situation reagieren, da sich der Anbau von Qualitätsgetreide für die Landwirte wirtschaftlich wieder lohnt. Wolfgang Mainz rechnet mit Produktionsausweitungen und Ertragssteigerungen sowohl in Deutschland als auch in wichtigen west- und osteuropäischen Getreideanbauregionen. Hierbei stützt er sich auch auf Einschätzungen namhafter deutscher Ackerbauberater, die noch deutliche Produktionsreserven sehen. Zudem geht er von einem wachsenden Importangebot aus Osteuropa aus. Mainz erwartet auch dort weitere Produktionssteigerungen und „Weizen aus der Ukraine, Kasachstan und Ungarn weisen gute Qualitäten auf und sind jederzeit von den deutschen Backwarenbetrieben einsetzbar“, betont er.

Die Ansprüche der Backwarenbetriebe an die Landwirte als Erzeuger von Lebensmittelrohstoffen werden sich auch künftig nicht ändern. „Es wird auch weiterhin bei einem Massenmarkt bei Getreide bleiben, denn in der Masse wird Brotweizen mit B-Qualität benötigt“, so die Prognose von Wolfgang Mainz. Doch sollten die deutschen Landwirte umdenken und sich stärker an den wirklichen Bedürfnissen der vom Backgewerbe benötigen Mengen und Qualitäten von Brotweizen orientieren.


Autor:
Aktualisiert am: 05.02.2007 10:25
Landwirt.com Händler Landwirt.com User