Getreidekrankheiten: jetzt Weizen behandeln

Das Wetter der letzten Tage hat die Ausbreitung von Septoria tritici, Gelbrost und Schneeschimmel gefördert. Mit der richtigen Behandlung können aber entscheidende Maßnahmen dagegen getroffen werden.
Septoria tritici, Gelbrost und Schneeschimmel gefährden den Weizen.
Septoria tritici, Gelbrost und Schneeschimmel gefährden den Weizen.
Nach den Boniturergebnissen im Rahmen des Winterweizenwarndienstes sind die Laborwerte bei Septoria weiterhin auf hohem Niveau. Für Ährenfusariosen müssen die Temperaturen über 16 Grad C liegen und Niederschläge in der Blüte fallen. Besonders gefährdet sind Schläge, wo Rückstände vom Maisstroh des Vorjahres noch an der Erdoberfläche liegen. Bei Septoria tritici sind v.a. bis Mitte Oktober gesäte Bestände sehr gefährdet. Gelbrost wurde bereits festgestellt. Eier und Larven des Getreidehähnchens sind großteils noch untergeordnet vorhanden und wurden durch den Regen stark abgewaschen.

Wo noch keine Behandlung erfolgt ist, sollte rasch ab Befahrbarkeit mit vollen Aufwandmengen eine Behandlung durchgeführt werden. Die Infektionen bis Mitte Mai können damit aber nicht mehr erfasst werden, die heilende Wirkung reicht maximal zehn Tage zurück sichtbar. Es ist zu berücksichtigen, dass Septoria tritici eine Inkubationszeit von rund 21 Tagen hat – d.h. es sind nur die Infektionen vom 2. bis 4. Mai sichtbar – knapp noch nicht aber die Infektionen vom 11. bis 13. Mai.

Bei carboxamidhältigen Kombinationen kann mit 1,5 l/ha Adexar, 1 – 1,25 l/ha Aviator Xpro, 1 l/ha Seguris (ev. + 1,5 l/ha Amistar Opti), 1,25 l/ha Input Xpro gearbeitet werden.
Bei strobilurinhältigen Kombinationen sind z.B. 0,75 l/ha Aviator Xpro + 0,75 l/ha Fandango, 1 l/ha Juwel Top, 1,8 l/ha Amistar Opti + 0,6 l/ha Gladio oder 1 l/ha Credo + 1 l/ha Champion möglich. Eine Wirkung gegen Ährenfusarium besteht hier nicht. Diese Mischungen dürfen auch nicht mehr in die Ähre appliziert werden – es besteht sonst verspätete Abreifegefahr.

Wurde eine Blattbehandlung bereits durchgeführt, so kann dann gezielt gegen Ährenfusariosen behandelt werden. Sobald der Weizen in der Blüte ist (heraushängende Staubbeutel), soll unmittelbar bis zwei Tage nach dem Regen eine Behandlung mit fusarienwirksamen Fungiziden erfolgen (z.B. 2,5 l/ha Osiris, 0,8 – 1 l/ha Prosaro, 1 – 1,25 l/ha Zantara, 1 – 1,25 l/ha Folicur/Tebu Super 250 EW, 1,25 – 1,5 l/ha Orius (keine Zulassung bei Fusarium), 1,2 – 1,5 l/ha Pronto plus, etc.). Sollte sehr viel Maisstroh an der Erdoberfläche liegen und eine besondere Fusariumgefahr gegeben sein, können zu diesen Produkten noch 1,1 kg/ha Don-Q beigemengt werden.
DI Hubert Köppl

Hier erhalten Sie zusätzliche Informationen für eine Behandlung.


Aktualisiert am: 04.06.2013 15:20
Landwirt.com Händler Landwirt.com User