Getreideernte in Deutschland von Ertragseinbußen gekennzeichnet

Zum Ernteauftakt 2011 in Bayern informiert Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), über die rückläufigen Erträge bei Wintergerste. Auch viele andere Kulturen sind von der Trockenheit betroffen.
Gerd Sonnleitner und Udo Folgart informieren über die aktuelle Erntesituation.
Gerd Sonnleitner und Udo Folgart informieren über die aktuelle Erntesituation.
„Wir müssen uns trotz der Niederschläge der letzten Wochen auf teils deutliche Ertragseinbußen einstellen.“ Dies betonte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, anlässlich des Ernteauftaktes. Zusammen mit dem Präsidenten des Landesbauernverbandes Brandenburg, Udo Folgart, informierte er über die aktuelle Situation zu Beginn der Ernte 2011.

Die Getreidekulturen wie die Rapsbestände haben unter den vielerorts schwierigen Vegetationsbedingungen gelitten. Bereits die Aussaatbedingungen im vergangenen Herbst waren alles andere als optimal.

Erste aus den Frühdruschgebieten vorliegende Ergebnisse der Wintergerstenernte bestätigen dies. Mindererträge von bis zu 25 Prozent wurden festgestellt. Dies entspricht einem Verlust von bis zu 2 Tonnen Gerste pro Hektar. Selbst wenn einzelne Regionen von Gewitterschauern profitiert haben, werden Ertragseinbußen von 10 bis 15 Prozent gemeldet. Auch in den nördlichen Regionen, in denen der Erntebeginn noch bevorsteht, wird mit Ertragseinbußen bei der Wintergerste gerechnet.

Lediglich der Winterweizen könnte durch die Niederschläge im Juni während der für die Ertragsbildung wichtigen Kornfüllungsphase an Ertrag zugelegt haben. Deutliche Ertragseinbußen werden auch bei Raps befürchtet. In einzelnen Regionen werden Ertragsrückgänge von bis zu 50 Prozent erwartet.

Mit Spannung erwarten die deutschen Landwirte nun nicht nur die weiteren Druschergebnisse. Auch der Blick auf die Entwicklung der Preise zur Ernte 2011 wirft einige Fragezeichen auf. Im Juni haben die Erzeugerpreise und die Terminmarktnotierungen teils deutlich nachgegeben. Insbesondere beim Raps scheinen diese Korrekturen angesichts der niedrigen Ernteprognose, auch EU-weit, nicht gerechtfertigt.


Aktualisiert am: 06.07.2011 09:06
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