Getreideernte 2008 – Mengenzuwachs und Qualitätsverlust

Die Witterungsverhältnisse in Österreich haben die Getreideernte stark beeinflusst. Zwar konnte die Getreidemenge deutlich erhöht werden, die Qualität der Ernte blieb aber unter den Erwartungen.
Hinsichtlich Mengen, Qualitäten und Vermarktung kann das Jahr 2008 als „extrem“ bezeichnet werden. Dabei zeigt sich bei den Qualitäten ein differenziertes Bild: Die Ernte von Winter- und Sommergerste ist sehr zufriedenstellend; bei Weizen können die hohen Anteile im Qualitätssegment des Vorjahres nicht erreicht werden. Die explodierenden Preise bei Betriebsmitteln relativieren die erntebedingt höher erwarteten Erlöse der Landwirte. Neben den hohen Energiekosten sind die Düngemittelpreise in Österreich im Vergleich zum Vorjahr um 30 % gestiegen.

Anbaubedingungen und Ernteergebnisse

Das Vegetationsjahr 2007/2008 war geprägt durch relativ günstige Witterungsverhältnisse. Der milde Winter sowie der großteils günstige Witterungsverlauf im Frühjahr begünstigten die Entwicklung der Kulturen und legten die Basis für hohe Erträge. Besonders auffällig und für die Qualitäten nachteilig war die Witterung mit viel Niederschlag ab Ende Juni, welche den Ernteverlauf immer wieder unterbrach. Die heurige Getreideernte wird mit einer geschätzten Gesamtmenge in der Höhe von 3,2 Mio. t (ohne Mais) um etwa 20 % höher als im Vorjahr ausfallen. Witterungsverlauf und Bodenbonitäten sind Hauptfaktoren für die regionalen Unterschiede in Menge und Qualität. Die Getreideanbaufläche ist österreichweit gegenüber dem Vorjahr um 2,7 % angestiegen. Entgegen den Anbauflächen des Vorjahres wurde Wintergerste, Roggen und Raps vermehrt angebaut. Reduziert wurde die Fläche bei Sommergerste um 15 % sowie auch jene für Körnererbsen und Ackerbohnen.

Rekordernte stoppt Abbau der Lagervorräte

Nicht nur in Österreich und in der Europäischen Union wird heuer weit mehr geerntet als im Vorjahr, weltweit wird mit über 1,7 Mrd. Tonnen Getreide ein neuer Rekord verzeichnet. Die weltweiten Getreidelagervorräte werden dadurch nicht weiter abgebaut, jedoch lässt ein gleichzeitiger Anstieg beim Verbrauch die weltweiten Bestände nur marginal steigen.

Weitere Informationen zum Getreidemarkt finden Sie unter www.ama.at


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Aktualisiert am: 11.08.2008 17:13

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