Getreide vor der Fütterung untersuchen!!!

Die Notwendigkeit von Grundfutteruntersuchungen steht außer Zweifel. Viele Tierhalter lassen daher ihr Heu und Gärfutter untersuchen. Warum dies auch bei Getreide notwendig ist, erklärt folgender Beitrag.
Starke Schwankungen

Im Hinblick auf eine bedarfs- und leistungsgerechte Rationsgestaltung hat die Nährstoffuntersuchung mit den Analysen auf Trockenmasse, Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und der energetischen Bewertung nach wie vor die größte Bedeutung. Wie Auswertungen des Futtermittellabors Rosenau der NÖ LLK zeigen, können insbesondere die Rohproteingehalte und somit auch die Aminosäurengehalte wichtiger Getreidearten stark variieren.

Getreide soll vor der Verfütterung unbedingt untersucht werden.
Getreide soll vor der Verfütterung unbedingt untersucht werden.


Mineralstoffgehalte
Je nach Düngungs-, Boden- und Witterungsverhältnissen können auch die Mineralstoffgehalte, insbesondere die Phosphorwerte, von stärkeren Schwankungen betroffen sein. Somit können auch die Analysen auf die Mengenelemente Calcium, Phosphor, Magnesium, Kalium und Natrium von Bedeutung sein. Beispielsweise weisen Weizen und Gerste in der Regel 3,3 bis 3,6 g Phosphor je kg (87 % Trockenmasse) auf, in Einzelproben der genannten Getreidearten konnten jedoch in Rosenau auch schon Extremwerte von 2,4 g und 4,6 g Phosphor nachgewiesen werden.

Mykotoxine
Die Untersuchungen auf Mykotoxine bestehen aus den Analysen auf DON (Deoxynivalenol) und ZEA (Zearalenon) und sind primär für Schweinehalter von Interesse, weil Schweine auf die genannten Pilzgiftstoffe besonders empfindlich reagieren. Die Untersuchungen werden über ein zertifiziertes Partnerlabor mittels ELISA durchgeführt. Für heikle Kontrolluntersuchungen von zB Zukauffutter ist eine genaue HPLC-Analyse empfehlenswert, die zB über die AGES Linz durchgeführt werden kann.

Vor allem der Rohproteingehalt schwankt von Getreide schwankt oft stark.
Vor allem der Rohproteingehalt schwankt von Getreide schwankt oft stark.


Erfahrungsgemäß sind besonders Weizen und Hafer, aber auch Körnermais und Maiskornsilagen in Jahren mit ungünstiger Witterung mit diesen Mykotoxinen, die von Feldpilzen der Gattung „Fusarium“ produziert werden, belastet. Die derzeit gültigen Richtwerte der EU liegen für Schweine bei 1,0 mg (= 1000 Mikrogramm) DON und 0,25 mg (= 250 Mirkogramm) bzw. 0,05 mg (= 50 Mikrogramm) ZEA, wobei sich der höhere Wert auf Zuchtschweine und der geringere Wert auf Zuchtläufer bezieht. Das Futtermittellabor Rosenau bezieht sich aber auf den alten Richtwert von 0,15 mg ZEA, da dies praktikabler sei.

Probenziehung
Die Qualität der Probenziehung bestimmt die Brauchbarkeit der Untersuchungsergebnisse. Eine repräsentative Futterprobe sollte daher aus möglichst vielen Einzelproben bestehen, die von unterschiedlichen Stellen und Schichten des Futterlagers entnommen wurden. Wie für die Verfütterung sollte auch für die Futteruntersuchung das Getreide ca. vier bis fünf Wochen abgelagert sein, damit die stofflichen und mikrobiologischen Entwicklungen des Kornes abgeschlossen sind.
Für die Untersuchungen reichen rund 500 g Probe, die in einem Papiersack verpackt werden soll. Kunststoffsäckchen eignen sich wegen des Verpilzungsrisikos nicht.

Verpackung und Versand
Die Probe ist mit einem Probenbegleitschreiben zu versehen, das neben den Daten des Probeneinsenders die Futterart, die gewünschte Untersuchung(en) sowie die Tierart, an die die das Futter verfüttert werden soll, beinhalten muss. Das Formular kann über die Homepage des Futtermittellabors Rosenau heruntergeladen werden. Diese Homepage beinhaltet alle wichtigen Informationen über das Untersuchungsservice des genannten Labors. Unter anderem ist auch eine detaillierte Leistungs- und Tarifübersicht enthalten. Ab einem Probenumfang gewährt das Labor Sondertaruife. Die Probeneinsendung erfolgt am günstigsten bis Wochenmitte per Post an das Futtermittellabor Rosenau, 3252 Petzenkirchen, Tel. 07416/52494.

Informationen und Preise


Aktualisiert am: 04.07.2007 13:53
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