Getreide und Mais: Ernte von 4,7 bis 4,9 Mio. t in Österreich

In Österreich wird heuer eine Getreideernte von rund 4,7 bis 4,9 Mio. t (inkl. Mais) erwartet. Gegenüber dem Vorjahr, in dem ein Rekordergebnis von 5,4 Mio. t erzielt werden konnte, ist mit einer mengenmäßigen Abnahme um etwa 10 bis 12% zu rechnen.
von li: Stefan Hautzinger, Präsident LK Burgenland, Gerhard Wlodkowski, Präsident LK Österreich, Theresia Meier, Vizepräsidentin LK NÖ, Johann Lang, Aufsichtsratvorsitzender der RWA und Franz Windisch, Präsident LK Wien
von li: Stefan Hautzinger, Präsident LK Burgenland, Gerhard Wlodkowski, Präsident LK Österreich, Theresia Meier, Vizepräsidentin LK NÖ, Johann Lang, Aufsichtsratvorsitzender der RWA und Franz Windisch, Präsident LK Wien
„Prognosen für die Ernte sind heuer besonders schwierig“, so der Präsident der LK Österreich, Gerhard Wlodkowski, im Rahmen der Ernte-Pressefahrt mit Experten der LK Österreich und der Raiffeisen Ware Austria (RWA). Im Hinblick auf die Witterung hat eine ausgeprägte Trockenheit von April bis Ende Mai vor allem die Sommerkulturen in Teilen Niederösterreichs und des Burgenlandes schwer im Wachstum beeinträchtigt. „Wir haben zum Teil dünne Bestände, hoffen aber auf gute Erträge“, so Theresia Meier, Vizepräsidentin der LK Niederösterreich. Aus Oberösterreich und der Steiermark wird hingegen von einer insgesamt zufriedenstellenden Bestandsentwicklung berichtet, sodass in diesen Bundesländern ansprechende Erntemengen erwartet werden. Die anhaltenden Regenfälle könnten sich auf die Ernte negativ auswirken. „Eine Endentscheidung fällt aber erst am Tag der Ernte“, so Theresia Meier . Franz Hautzinger, Präsident der LK Burgenland gibt sich zuversichtlich: „Trotz schwieriger Witterungsbedingungen rechnen wir mit einer passablen Ernte, mit der alle Schienen von der Nahrungsmittelindustrie bis zur Energieerzeugung versorgt werden können.“

Flächenverschiebungen

Im Vergleich zum Vorjahr kam es zu bedeutenden Flächenverschiebungen innerhalb der Getreide-, Ölsaaten- und Eiweißpflanzenkulturen. Bei Getreide sind die Arealzunahmen bei Weichweizen von rund 4% und bei Triticale von 9% auffallend. Die Sommergerste hat dagegen um ca. 7% an Fläche verloren. Roggen wurde um 10% weniger angebaut. Das Sojabohnenareal konnte österreichweit um stolze 37% zulegen (+6.700 ha), während die Körnermaisfläche um 9% (-17.900 ha) abnahm. Die niedrigen Maispreise 2008 und der Blick auf die stark gestiegenen Betriebsmittelpreise ließen diese Kultur an Attraktivität verlieren. Im Gegenzug wurden die Sojabohnenflächen aufgrund der geringen Ansprüche dieser Pflanze an die Düngung ausgeweitet.

Weltgetreideernte

Die Weltgetreideernte 2009 wird mit 2,2 Mrd. t etwas geringer als im vorjährigen Rekordjahr prognostiziert. Trotzdem ist davon auszugehen, dass im Wirtschaftsjahr 2009/10 die zweitgrößte jemals registrierte Getreideernte ansteht. Der Rückgang von 3% gegenüber dem Vorjahr wird durch die nach wie vor hohen Vorräte aus der Ernte 2008 abgefedert. In der EU-27 dürften in den nächsten Wochen 292 Mio. t Getreide geerntet werden. Der Ukraine werden für heuer drastische Ertragseinbrüche von 26% vorhergesagt. Starker Frost und Dürre sind die witterungsbedingten Gründe für die mit 19 Mio. t nur sehr geringe Weizenernte. Auch die Krise am Finanzsektor wirkt sich auf die dortige Landwirtschaft spürbar negativ aus. Da teure Betriebsmittel die Produktionskosten stark steigen lassen, wurden allen Schätzungen nach um mindestens 20% weniger Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt, was die Erträge deutlich schwinden ließ. Starke Ertragseinbußen (-25%) gibt es auch im Maisanbau. Ebenso ging in Argentinien, dem weltweit größten Weizenexporteur, die Produktion dieser Getreideart stark zurück. Die für Österreich wichtigen Nachbarländer müssen ebenfalls mit Produktionsrückgängen rechnen. Italien könnte beim Weizen eine Verringerung um fast 30% und beim Mais um 5% bevorstehen. In Ungarn fallen die Weizenerträge um 11% und beim Mais um 25% niedriger aus als im Vorjahr.


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Aktualisiert am: 30.06.2009 09:47
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