Getreide: Wie groß ist die Auswuchsgefahr?

Der Auswuchs, das Auskeimen der Körner am Feld vor der Ernte ist ein wirtschaftlich bedeutsames Phänomen bei Getreide. Beim Landwirt sind Erlösminderungen bis über 40% möglich.

Triticale ist gegenüber Schlechtwetter empfindlich. An Mastschweine oder Rinder kann Auswuchsgetreide verfüttert werden, jedoch nur in Mischung mit unbelasteter Ware bzw. in reduzierter Menge.
Triticale ist gegenüber Schlechtwetter empfindlich. An Mastschweine oder Rinder kann Auswuchsgetreide verfüttert werden, jedoch nur in Mischung mit unbelasteter Ware bzw. in reduzierter Menge.
Als ausgewachsen gelten Körner, bei denen die Fruchtschale über dem Keimling durchbrochen ist und Wurzel- oder Blattkeime mit bloßem Auge zu erkennen sind. Die Getreidesorten unterscheiden sich gravierend in ihrer Auswuchsfestigkeit. Heuer besteht auf Grund der Schönwetterperioden im Juni eine hohe Auswuchsgefahr, da mit einer regnerischen Phase im Juli zu rechnen ist.

Die Möglichkeit des Landwirts zur Vermeidung von Auswuchs sind begrenzt. Eine frühzeitige Ernte mit Kornfeuchten bis zu 20 % mit anschließender Trocknung kann eine Partie retten. Auswuchsstarke Sorten überstehen zumindest kurze Schlechtwetterphasen ohne gravierende Qualitätsminderung. Vermehrte Anstrengungen in der Getreidezüchtung und Sortenprüfungen sind nötig, um Schäden künftig gering zu halten.

Autor: DI Michael OBERFORSTER, AGES Wien


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Aktualisiert am: 18.06.2009 15:11
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