Getreide: Qualität zahlt sich aus

Die Ausprägung der einzelnen Qualitätskriterien unterliegt deutlichen Schwankungen. Neben beeinflussbaren Faktoren spielen auch nicht beeinflussbare Faktoren eine wesentliche Rolle.
Die maßgeblichen Qualitätskriterien können erheblich schwanken.
Die maßgeblichen Qualitätskriterien können erheblich schwanken.
Wesentliche Einflussfaktoren sind Bodengüte, Sortenwahl und unterschiedliche Witterungsbedingungen (Niederschläge, Temperatur) während der Vegetationsperiode. Weitere Faktoren sind die Höhe und Verteilung von Düngergaben, Krankheitsdruck, Fungizideinsatz sowie der Erntezeitpunkt.
Die Möglichkeiten, pflanzenbaulich einzugreifen, sind je nach Merkmal in unterschiedlichem Ausmaß vorhanden. Trotz all dieses Wissens wird man aber niemals in der Lage sein, gute Qualitäten absolut präzise erzeugen zu können.
Bei Weizen werden die höchsten Hektolitergewichte im Trockengebiet erzielt. Wegen der Krankheitsbelastung liefern die Getreideschläge des Alpenvorlandes im Mittel eine schwächere Kornausbildung und niedrigere Hektolitergewichte.
Das Vermeiden eines allzu frühen Lagers und eine ausreichende Wasserversorgung nach der Blüte sind wesentliche Faktoren für ein hohes Hektolitergewicht. Ein möglichst geringes Auftreten von Abreifepilzen verbessert diesen Parameter. Bei Wintergerste zeigte sich, dass ein fungizider Abreifeschutz eine Verbesserung des Hektolitergewichtes von +0,5 bis +4,0 kg bringen kann.

Landwirte können nur beschränkt auf die Fallzahl Einfluss nehmen. Das wirksamste Steuerungselement ist die Sortenwahl. Vor allem bei Weichweizen und Roggen existieren deutliche Sortenunterschiede. So zeigen Hybridroggen (zB Avanti und Esprit) bzw. auch Populationsroggen (zB Amilo) eine deutliche höhere Fallzahlstabilität als andere Sorten. Diese Schlechtwettertoleranz hat aber auch ihre Grenzen; lang andauernde Regenfälle senken auch bei diesen Sorten die Fallzahl. Ähnliches gilt bei frühem und starkem Lager. Solche Bestände trocknen oft längere Zeit nicht ab, worunter die Fallzahl leidet.
Der Rohproteingehalt gehört zu den wichtigsten Qualitätskriterien des Winterweizens. Eine reduzierte Bewirtschaftungsintensität macht sich sehr schnell durch verringerte Gehalte an Rohprotein (trotz der kleinerer Körner) bemerkbar.

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Aktualisiert am: 12.06.2003 11:12
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