Getreide: Nationales Krisenlager

Ein nationales Krisenlager mit einer Lagerkapazität von 150.000 t soll Berg- und Talfahrten bei den Getreidepreisen zukünftig verhindern.
Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich und Franz Hautzinger, Präsident der LK Burgenland (re).
Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich und Franz Hautzinger, Präsident der LK Burgenland (re).
"Da die EU die Getreide-Intervention in den letzten Jahren zurückgefahren hat, brauchen die Mitgliedstaaten eine neue Einrichtung, um die immer heftiger ausschlagende Volatilität des Marktes in den Griff zu bekommen. Wir verlangen daher, dass ein eigenes nationales Krisenlager für Brot und Futtergetreide eingerichtet wird", so Franz Hautzinger, Präsident der LK Burgenland, Verwaltungsratsvorsitzender der Agrarmarkt Austria und Vorsitzender des Ausschusses für Ackerkulturen der LK Österreich.

150.000 t Lagerkapazität

"Die meisten Länder Europas sind als Mitgliedstaaten der NATO dazu verpflichtet, neben einem Krisenlager für Erdöl und Erdgas auch ein Getreidekrisenlager zu halten. Auch Österreich braucht ein solches in der Größenordnung von mindestens 150.000 t. Dies entspricht in etwa einer Drei-Monatsvermahlung. Durch dieses Lager soll gewährleistet werden, dass bei extremen Preissituationen einerseits die Interessen der Konsumenten gewahrt werden, denen sonst bei geringer Getreideernte hohe Lebensmittelpreise drohen würden. Andererseits sollen sich dadurch die Einkommen der Landwirte, die ohne Marktmaßnahmen bei einer übergroßen Ernte mit einem massiven Preisverfall zu kämpfen hätten, in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen bewegen", stellte Hautzinger fest. Die Kosten für ein solches Lager betitelt Hautzinger mit rund 15 bis 20 Mio. Euro.


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Aktualisiert am: 30.06.2009 16:13
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