Gesunde Schweineklauen mit der richtigen Fütterung

Spurenelemente, Vitamine und Aminosäuren haben wesentlichen Einfluss auf das gesunde Wachstum von Klauen. Ein Blick auf die Futterration lohnt sich daher allemal.
Die richtige Fütterung hat wesentlichen Einfluss auf eine gesunde Schweineklaue.
Die richtige Fütterung hat wesentlichen Einfluss auf eine gesunde Schweineklaue.
Keratin stellt den Hauptbestandteil des Klauenhorns dar. Es enthält hohe Anteile der schwefelhaltigen Aminosäure Cystin, die aus Methionin gebildet wird. Methionin und Cystin sollten im Alleinfutter für tragende Sauen mit mindestens 3,6 g und bei säugenden Sauen mit mindestens 5,7 g pro kg Alleinfutter enthalten sein (Durst L., 2008). Allerdings darf der Gehalt einzelner essenzieller Aminosäuren nie individuell, sondern immer im Verhältnis von Lysin zu Methionin/Cystin zu Threonin und zu Tryptophan betrachtet werden. Dieses Verhältnis sollte 1 : 0,6 : 0,65 : 0,19 sein.

Biotin anheben
Durch eine optimale Cystinbereitstellung im Futter kann die Bildung möglichst harter Keratinfasern in den Hornzellen gewährleistet werden. Quervernetzungen zwischen den Keratinfasern und eine sehr fettreiche Zwischenzellsubstanz sorgen für einen dichten Zusammenhalt der Hornzellen. Biotinmangel macht sich vor allem in der ungenügenden Bildung dieser Zwischensubstanz bemerkbar. Sprödes Klauenhorn mit einer geringen Festigkeit ist die Folge. Durch die qualitativ schlechtere Zwischensubstanz besteht auch keine wirkungsvolle Barriere gegen eindringende Krankheitserreger. In der Folge treten Klauenerkrankungen oder Entzündungen auf. Der Biotingehalt sollte bei Jung- und Zuchtsauen zwischen 0,2 und 0,3 mg pro kg Alleinfutter betragen. In Problembeständen empfehlen einige Fütterungsexperten vorübergehende Zulagen von 0,5 bis 1 mg pro kg Alleinfutter.

Spurenelemente
Zink und Kupfer sind unter anderem sowohl an der Keratinbildung als auch an der Verknüpfung der Keratinketten beteiligt. Im Sauenfutter ist Zink mit 150 mg und Kupfer mit 25 mg pro kg rechtlich begrenzt. Viel wichtiger als diese Höchstgrenzen ist aber die Bioverfügbarkeit der einzelnen Verbindungen. So wirken sich überhöhte Kalzium-, Phosphor- oder Eisengehalte negativ auf die Zink- und Kupferverwertung aus. Die im Mineralfutter üblicherweise eingesetzten anorganischen Zinkquellen (kostengünstiger) wie Zinkoxid sind viel schlechter verfügbar als organische Verbindungen, Salze oder Chelate/Proteinate.

Mit Kalzium sparen
Kalzium ist ein wesentlicher Bestandteil des Knochens. Osteoporose (Knochenschwund) als Folge einer überhöhten Mobilisierung aus den Knochen während der Laktationsphase kommt aber mittlerweile selten vor. Wesentlich häufiger ist eine Überversorgung mit Kalzium und Phosphor zu beobachten. Dies führt zur Steigerung des Säurebindungsvermögens und zur Senkung der Eiweißverdaulichkeit. Auch die Verfügbarkeit mancher Spurenelemente wie Zink steht mit Kalzium in negativer Korrelation. Wichtig ist der Einsatz von Phytase. Diese erhöht die Kalzium- und Phosphorverfügbarkeit und durch das Lösen der Phytatkomplexe auch die Bioverfügbarkeit von Zink und Kupfer.

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Aktualisiert am: 29.10.2011 10:36

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