Gentechnik hat großen Nutzen

Die Gentechnik in der Landwirtschaft ist weltweit auf dem Vormarsch. Der BOKU-Genetiker Josef Glößl plädiert dafür, die Gentechnik nicht als Risikotechnologie zu verteufeln, sondern ihre Vorteile zu nutzen.
Martin Kugler berichtet in der Onlineausgabe der Tageszeitung "Die Presse" von einem Gespräch mit dem Genetiker, Universitätsprofessor Dr. Josef Glößl, über den Nutzen und die Risiken der Gentechnik.

Weniger Dünger, Insektizide und Pestizide

Seit der Einführung der Gentechnik auf dem Feld haben sich die Anbauflächen kontinuierlich ausgeweitet. Es wird kein Landwirt gezwungen, das anzubauen, die machen das alle freiwillig – größtenteils aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus. In Zukunft wohl auch aus ökologischen Überlegungen – im Sinn einer Landwirtschaft mit niedrigerem Input, weniger Dünger, Insektiziden, Pestiziden oder Bewässerung.

Europa tickt offenbar anders

Der Grund dafür ist der enorme öffentliche Druck: Die Anti-Kampagnen waren so erfolgreich, dass die Mehrheit der Bevölkerung wirklich glaubt, dass Gentechnik etwas Gefährliches ist. Sie wird auf dem Markt nicht akzeptiert. Dabei ist die Behauptung, dass die Gentechnik per se eine Risikotechnologie sei, durch keine seriösen wissenschaftlichen Daten zu belegen. Es gibt zwar mögliche Risken in der Anwendung, die muss man beachten und vermeiden – aber der mögliche Nutzen überwiegt bei Weitem.

Die "Gentechnik-Lüge"

Europa baut weniger gentechnisch veränderte Pflanzen an, dafür werden aber immer mehr importiert. Die europäische Öffentlichkeit begeht völlige Realitätsverweigerung. Wir sind auf den Import von Soja, Mais oder Baumwolle, die zu einem großen Teil gentechnisch verändert sind, angewiesen – zum Beispiel als Eiweißfutter oder Textilien. Auch bei Zusatzstoffen für die Lebensmittelverarbeitung kommt vieles aus gentechnischer Produktion – das muss aber nicht gekennzeichnet werden. Müsste man alle Produkte kennzeichnen, bei denen Gentechnik im Spiel war, dann würden die Leute sehen: Aha, die Gentechnik begleitet uns täglich.

Was sind die Gründe für die Kritik?

Das hat viele Gründe. Die Marketingmethoden der Industrie bei der Einführung waren nicht das Gelbe vom Ei. Viele Kritikpunkte, die in der Gentechnikdebatte geäußert werden, sind oft auch eine Stellvertreterdiskussion. Die Gentechnik muss z.B. für die Industrialisierung der Landwirtschaft herhalten. Die gab es aber auch schon vorher.

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Gentechnik hat großen Nutzen

Genmanipulierte Pflanzen erobern die Felder


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Aktualisiert am: 26.03.2010 07:01
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