Gentechnik Freiheit aktueller den je

Anlässlich des Gentechnik-Volksbegehrens im April 1997 starteten die österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern mit einem Traktor-Marathon ihren Kampf gegen die Gentechnik. Heute sind biologisch und konventionell wirtschaftende Bäuerinnen und Bauern gemeinsam für ein Gentechnik-freies Österreich „unterwegs“.
Traktoren mit großen Gentechnik-Freiheit-Transparenten kreuz und quer durch Österreich: Damit die Gentechnik nicht über Österreich rollt, setzten sich im April 1997 in allen Bundesländern Biobäuerinnen und Biobauern mit ihren Traktoren gegen die Gentechnik in Bewegung. Mit Großveranstaltungen in allen Landeshauptstädten und einer Traktor-Kundgebung über die Wiener Ringstraße gelang es den
Biobäuerinnen und Biobauern, maßgeblich am Erfolg des Gentechnik-Volksbegehrens beizutragen und vor allem einen bis heute wirksamen Prozess auszulösen. Denn längst kämpfen in Österreich biologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte gemeinsam für eine Gentechnik-freie Landwirtschaft.

Schlimmste Befürchtungen inzwischen bestätigt
Zur Zeit des Gentechnik-Volksbegehrens war die Diskussion geprägt von Versprechen der Befürworter und Befürchtungen der Gegner. Heute können wir auf Erfahrungen mit großflächigem Anbau von GVOs in Argentinien, den USA oder Kanada zurückgreifen. Diese zeigen etwa, dass das Versprechen durchgehend höherer Erträge nicht gehalten werden kann, manchmal sinken sie auf Grund unerwünschter Nebeneffekte der Genmanipulation sogar. Das „Ökoversprechen“ durch herbizidresistente Pflanzen den Chemikalieneinsatz zu reduzieren, wurde auch widerlegt. Vielmehr wird der Gifteinsatz stabilisiert und auf Grund resistenter
Beikräuter auch noch nach oben geschraubt. Gleiches gilt für insektizidproduzierende GVO-Pflanzen wie Baumwolle oder Mais: Da jeder Pflanzenteil immer das Gift produziert, bilden sich rasch resistente Schädlinge. Die vielen Skandale mit Verunreinigungen von Saatgut, Futtermitteln und Lebensmitteln durch zugelassene und auch nicht zugelassene GVO-Samen belegen, dass GVOs – einmal freigesetzt nicht unter Kontrolle gehalten werden können. Gentechnik-freie Rapsproduktion ist heute in Kanada unmöglich und letztes Jahr tauchte sogar ein nicht zugelassener Gentechnik-Reis in Lebensmitteln auf der ganzen Welt auf.
„10 Jahre nach dem Gentechnik-Volksbegehren sehen wir die schlimmsten
Befürchtungen bestätigt“, so Thomas Fertl von der BIO AUSTRIA Agrarpolitik: „Die Forderungen des Gentechnik-Volksbegehrens nach gentechnikfreier Landwirtschaft sind daher aktueller denn je“.

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Aktualisiert am: 18.04.2007 14:07
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