Genomische Selektion – eine neue Ära in der Rinderzucht?

Der Traum vieler Rinderzüchter ist, die Erbanlagen ihrer Tiere möglichst genau und möglichst früh zu kennen, da diese Anlagen die Eigenschaften der Tiere bestimmen. Die genomische Selektion bringt die Züchter diesem Ziel näher.
Ziel eines neu angelegten Projektes der österreichischen Rinderzucht ist die Entwicklung einer genomischen Zuchtwertschätzung bei Fleckvieh. Dabei
„Das Potenzial ist zu groß, um es zu ignorieren“, sagte Larry Schaeffer von der Universität in Guelph bereits 2006. Die österreichische Rinderzucht hat reagiert und entwickelte eine genomische Zuchtwertschätzung.
„Das Potenzial ist zu groß, um es zu ignorieren“, sagte Larry Schaeffer von der Universität in Guelph bereits 2006. Die österreichische Rinderzucht hat reagiert und entwickelte eine genomische Zuchtwertschätzung.
werden ca. 2.000 sicher geprüfte Stiere genotypisiert. Aus diesen Daten lässt sich eine Formel für die genomische Zuchtwertschätzung ableiten. Dann kann von weiteren sicher geprüften Stieren der genomische Zuchtwert geschätzt und mit dem konventionellen Zuchtwert verglichen werden. Nach der Überprüfung der Formel kann nun der genomische Zuchtwert für Tiere mit noch unsicherer Leistungsinformation geschätzt werden.

Erfolg versprechendes Projekt bei Fleckvieh

In Österreich wurde im März 2008 ein 3-Jahres-Projekt zur genomischen Selektion beim Fleckvieh gestartet. Es wird mit Projekten in Deutschland zusammengearbeitet. Um Doppelgenotypisierungen zu vermeiden, werden Genotypisierungsergebnisse ausgetauscht.

Braunviehkooperiert international

Beim österreichischen Braunvieh wird gemeinsam mit Bayern und Baden- Württemberg eine genomische Zuchtwertschätzung entwickelt. Eine Zusammenarbeit mit weiteren Ländern ist geplant. Um zu vermeiden, dass Stiere doppelt oder mehrfach genotypisiert werden, wurde von der Europavereinigung Braunvieh eine Datenbank mit allgemeinen Informationen zu den Genotypisierungen in der Schweiz etabliert.

Fazit:

Die genomische Selektion hat das Potenzial, kosteneffizient zu einer sehr
So kommt man zu einem genomischen Zuchtwert.
So kommt man zu einem genomischen Zuchtwert.
großen Steigerung des Zuchtfortschritts zu führen. Wie groß der Nutzen speziell auch bei den Rassen Fleckvieh und Braunvieh wirklich sein wird, werden Forschungsergebnisse zeigen. Unbestritten sind die Vorteile der genomischen Selektion bei der Auswahl der Teststiermütter und der Teststiere. Eine große Steigerung beim Zuchtfortschritt und der Kostenersparnis wird allerdings nur über eine deutliche Verkürzung des Generationsintervalls bei den Teststiervätern und den Stieren im Wiedereinsatz zu erreichen sein. Offen ist auch, ob die Züchter bereit sein werden, ihre Kuh mit Stieren mit ungenaueren Zuchtwerten anzupaaren.

Autoren: Dr. Christa EGGER-DANNER, ZuchtData, Dr. Birgit GREDLER, BOKU, Dr. Josef MIESENBERGER, FIH

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Aktualisiert am: 23.02.2009 17:37

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