Generationenkonflikte gefährden Betriebsnachfolge...

... und Frauen leiden besonders. Hilfe suchen und annehmen ist oft (über)lebenswichtig!
Viele Jungbauern-Familien sind erst dann bereit, den Hof zu übernehmen, wenn in der Gesamtfamilie das Klima (wieder)stimmt.
Viele Jungbauern-Familien sind erst dann bereit, den Hof zu übernehmen, wenn in der Gesamtfamilie das Klima (wieder)stimmt.

Häufige Ursachen für familiäre Probleme sind Verstrickungen und Verflechtungen im System der bäuerlichen Großfamilie. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht gar keine klassische „Großfamilie“ mehr ist, spielen oft Verwandte hinein, die schon lange nicht mehr am Hof leben: Onkel oder Tanten, die jedes Wochenende „nach Hause“ kommen, die ein eigenes Zimmer haben – und dem jungen Bauern „ins Gewissen reden“. Immer wieder klagen meist junge, eingeheiratete Bäuerinnen, dass „die regelmäßigen Besuche nur alles schlimmer machen“.
Eine erste Entlastung in derartigen Situationen kann ein Anruf beim bäuerlichen Sorgentelefon sein. Doch bei solchen Problemen ist es meist zu wenig, sich nur einmal auszureden. Auf Dauer ist es sogar gefährlich, sich zwar den größten Druck von der Seele zu sprechen, aber an der Situation nichts zu verändern. Verstrickungen im Familiensystem können jedoch nicht von einer einzelnen Person gelöst werden. Eine Person kann zwar die Initiative ergreifen, in die Lösung von Generationsproblemen müssen jedoch alle Betroffenen eingebunden werden.
Erst seit Oktober 2002 gibt es das bäuerliche Sorgentelefon für ganz Österreich. Von Montag bis Freitag sind die Berater/innen zwischen 8.30 Uhr und 12.30 Uhr unter der Nummer 0810/676 810 (Ortstarif) erreichbar. Die Berater/innen kommen aus mehreren Bundesländern. Sie sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und sie wissen über geeignete Hilfs- und Beratungsangebote in den Bundesländern Bescheid, zu denen sie bei Interesse weiter verweisen.
Weitere Informationen zum Sorgentelefon und zur „Integrierten bäuerlichen Familienberatung“ (IBF) erhalten Sie bei Stadt-Land-Impulse, 2460 Bruck/Leitha, Fischamenderstraße 12, Gerti Taferner, Tel.: 02162/64888-15.
E-Mail: office@stadt-land-impulse.at; Internet: www.stadt-land-impulse.at.

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Aktualisiert am: 05.09.2003 12:01
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