Gemeinschaftsweide von Rind und Pferd

Die gemeinsame bzw. wechselnde Weidenutzung von Pferd und Rind hat sich seit Jahrhunderten bewährt, wird aber heute nur noch selten praktiziert. Dabei ergänzen sich die großen Grasfresser einander, was Futteraufkommen und Weidehygiene betrifft.


Die intensivste Form der Weidenutzung ist der Wechsel zwischen Pferden und Rindern. Flächen, die ständig und ausschließlich von Pferden beweidet werden, ermüden sehr bald und weisen dann große Geilstellen auf. Die Flächen leiden unter dem stark selektiven Grasen der Pferde, der Verwurmung und dem Vertritt. Vorteile der Weidegesellschaft sind die Beseitigung oder zumindest die Verringerung der Geilstellen, die Reduktion der Wurmlast durch das unterschiedliche Fressverhalten und die wirtspezifischen Parasiten von Rind und Pferd. Die Wurmeier fallen mit dem Kot an und werden bei warmen, feuchten Bedingungen zu Larven. Diese wandern in der Regel aus dem Dung auf die umgebenden Pflanzenteile und werden von dort von den Tieren wieder aufgenommen. Die Larven sind wirtspezifisch und gehen im Verdauungstrakt der jeweils anderen Gattung ein. Rinder fressen Pflanzen, die von Pferden generell gemieden werden und teilweise auch die von Rössern verschmähten Geilstellen. Umgekehrt fressen diese flacher als Rinder und finden daher auch auf Weiden bzw. Weidepartien, welche die Rinder schon übergrast haben, immer noch genügend Futter.
Das grundsätzlich wünschenswerte gemeinsame Weiden von Rind und Pferd hat auch Nachteile. Behornte Rinder setzen die Hörner gezielt und schmerzhaft ein – auch gegen Pferde. Umgekehrt kann es vorkommen, dass Pferde Kälber bis zur Erschöpfung jagen.


Aktualisiert am: 30.09.2014 11:33
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