Gelbverzwergung – was tun im heurigen Herbst?

Die Gelbverzwergung hat im heurigen Jahr vielen Getreidebauern Kopfzerbrechen bereitet. An welchen Hebeln der Produktionstechnik man eingreifen muss, um Befall mit dem Gelbverzwergungsvirus entgegenzutreten, soll der folgende Artikel erläutern.
Die insektizide Beizung ist derzeit die sicherste Gelbverzwergungsprophylaxe. Die linke Parzelle ist mit einem insektizidem Beizmittel behandelt – die rechte Parzelle ist unbehandelt und leidet unter massivem Virusbefall.
Die insektizide Beizung ist derzeit die sicherste Gelbverzwergungsprophylaxe. Die linke Parzelle ist mit einem insektizidem Beizmittel behandelt – die rechte Parzelle ist unbehandelt und leidet unter massivem Virusbefall.
Befall mit dem Gelbverzwergungsvirus führt immer zu einer Verfärbung der befallenen Pflanzen. Gerstenbestände verfärben sich goldgelb, bei Weizen und Hafer treten eher rötliche Farbtöne auf. Infizierte Pflanzen bestocken übermäßig, sind im Wuchs gestaucht (verzwergt) und bleiben im Wachstum zurück. Ähren oder Rispen werden in stark befallenem Wintergetreide nur selten ausgebildet und wenn, dann sind diese meist leer. In Sommergetreide ist in erster Linie die Kornausbildung betroffen.
In Normalfall sind nur einzelne Pflanzen mit dem Virus befallen. Dann fällt die Krankheit kaum auf, da infizierte Pflanzen auswintern oder von Nachbarpflanzen überwachsen werden.

Möglichkeiten der Vorbeugung und der Risikominderung
Um das Infektionspotential in der Region möglichst gering zu halten, sollte man Ausfallgetreide sorgfältig beseitigen und grasbewachsene Wegränder kurz halten. Ausfallgetreide ist übrigens nicht nur für Blattläuse die ideale Übersommerungsmöglichkeit, sondern eine ideale „Grüne Brücke“ für einen Reihe von Schädlingen und Krankheitserregern wie etwa diversen Rostkrankheiten, Schwarzbeinigkeit und Halmbruch.
Um einer Infektion im Herbst vorzubeugen, kann prinzipiell auch der Anbautermin nach hinten verlegt werden. Jeder Tag Anbauverzögerung mindert die Infektionsgefahr mit dem Gelbverzwergungsvirus, birgt aber auch das Risiko einer schlechten Herbstentwicklung des Getreides.
Zwischen den Getreidesorten liegen Unterschiede in der Anfälligkeit gegenüber dem Gelbverzwergungsvirus vor. Mittlerweile sind in der Beschreibenden Sortenliste der AGES für alle Wintergetreidearten außer Roggen Sorteneinstufungen vorhanden. Wunder darf man sich allerdings keine erwarten. Bei starkem Befallsdruck reagieren alle Getreidesorten mit hohem Ertragsverlust.

Bekämpfung im Herbst
Eine direkte Bekämpfung des Gelbverzwergungsvirus ist nicht möglich, sehr wohl aber die Bekämpfung der Virusüberträger, der Blattläuse.
Diese ist in Getreidegunstlagen bei trocken-warmer Herbstwitterung und bei zeitigem Anbau von Winterungen (insbesondere bei Wintergerste und Winterweizen) meist auch notwendig.

Autor: DI Gottfried BESENHOFER, AGES Wien


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Aktualisiert am: 11.09.2007 16:34

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