Gefahren durch Schadnager nicht unterschätzen

Schadnager sind potentielle Risikofaktoren im Schweinestall. Neben den Schäden an den baulichen Anlagen und dem Fraß von Tierfutter birgt vor allem die Übertragung von Krankheiten auf Mensch und Tier finanziellen Schaden.
Ein Eldorado für Schadnager – Betriebshygiene gilt auch außerhalb des Stallgebäudes.
Ein Eldorado für Schadnager – Betriebshygiene gilt auch außerhalb des Stallgebäudes.
Ratten sind von Natur aus sehr misstrauisch. Neues Futter wird sehr zögernd aufgenommen. Kommen Artgenossen unmittelbar beim Fressen zu Schaden, wird das vorgelegte Futter nicht mehr von den anderen Schadnagern angenommen. Aus diesem Grunde sind schnell wirkende Giftköder für eine Rattenbekämpfung nicht wirkungsvoll. Ratten leben in einem definierten Sozialgefüge und sind außerordentlich anpassungsfähig.

Aufgrund der Liste möglicher Krankheitsübertragungen muss die Ratten- und Mäusebekämpfung in das Betriebshygienekonzept dauerhaft integriert werden. Der betreuende Tierarzt darf nicht nur „die Schweine sehen“, sondern hat das Umfeld mit zu begutachten. Stetige Schadnagerbekämpfung muss ein Grundpfeiler der Betriebshygiene sein. Man sollte natürlich die Einflüsse dieser Schädlinge nicht überbewerten, aber eine Ignoranz birgt große Gefahren für die Tiere, aber auch der menschlichen Gesundheit.

Autor: Dr. Ernst-Günther HELLWIG, Agrar- und Veterinärakademie, Horstmar-Leer


Aktualisiert am: 23.10.2006 11:47
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