Geburtsüberwachung bei Ferkeln und Synchronisation der Geburten: Zahlt sich das aus?

Sowohl die Geburtensynchronisation als auch die Geburtenüberwachung kosten Geld. Durch die Senkung der Todesrate kann dieser Aufwand kompensiert werden. Ob dies in der bäuerlichen Ferkelerzeugung geschieht, zeigt folgender Beitrag.
Durch die Geburtensychronisation wird die Arbeitszeit zur Überwachung effektiv eingesetzt.
Durch die Geburtensychronisation wird die Arbeitszeit zur Überwachung effektiv eingesetzt.
Die Gruppenabferkelung zieht eine Reihe tierhygienischer, arbeitswirtschaftlicher und ergebniswirksamer Vorteile nach sich. Gefragt sind große Ferkelpartien, die Bereitstellung dieser wird damit gefördert. Die Tiere einer Partie sollen hinsichtlich Alter und Gewicht möglichst ausgeglichen sein.

Geburtensynchronisation
Um die Schweinegeburten in tiergerechter, physiologischer Weise terminlich zu steuern, gelangt seit einiger Zeit vornehmlich in großen Ferkelerzeugerbetrieben die Geburtensynchronisation zur Anwendung. Sie zielt darauf ab, bei den gruppenweise abferkelnden Sauen die Geburtseintritte gleichzuschalten. Dabei geht es vornehmlich um den Ausschluss überlanger Tragezeiten von 116 Tagen und mehr. Mittels sehr sicher wirkender Prostaglandin-F2α-Präparate (PGF2α), die zum physiologischen Termin (114./115. Trächtigkeitstag = Tr.T.) injiziert werden, lassen sich späte Geburten vermeiden. Wenn bei den Sauen, die nicht innerhalb von 24 Stunden nach PGF2α mit der Geburt begonnen haben, ein Depotoxytocin-Präparate in niedriger Dosierung (0,5 bis maximal 1 ml / Partussau) injiziert wird, ist eine weitere Präzisierung der Abferkeltermine zu erreichen (= kombinierte partielle Geburtsinduktion).

Vorteile
Für die abgesetzten Ferkel wirkt sich die Geburtensynchronisation insofern positiv aus, als sie wegen der gleichen Abferkeltermine ausgeglichener entwickelt sind und annähernd die gleichen Gewichte aufweisen.
Die zeitlich planbaren Abferkelperioden erleichtern bei allen Sauen die Anwendung der Phasenfütterung, begünstigen die Arbeitsabläufe und gestatten es, abferkelfreie Wochenenden zu organisieren.
Die Einordnung und Durchführung der geburtssteuernden Maßnahmen in das Herden- und Abferkelmanagement sollte in Abstimmung mit dem betreuenden Tierarzt erfolgen.

Autoren: DI Johannes HILGERS, Verband Rheinsicher Schweinezüchter, Meckenheim (D) und Prof. Dr. Uwe HÜHN, Wöfershausen (D)


Aktualisiert am: 24.08.2007 12:13
Landwirt.com Händler Landwirt.com User