Gebärmutterentzündungen schneller erkennen

Eine schlechte Fruchtbarkeit ist häufig eine Folge von Gebärmutterentzündungen. Viele chronische Fälle bleiben jedoch unerkannt. Der Metricheck soll Landwirten helfen, Entzündungen der Gebärmutter frühzeitig zu erkennen.
Wichtig ist das frühzeitige Handeln, denn dieses kann viele Langzeitschäden verhindern.
Wichtig ist das frühzeitige Handeln, denn dieses kann viele Langzeitschäden verhindern.
Gebärmutterentzündungen gelten als die Hauptursache mangelnder Fruchtbarkeit. Nach einer erfolgten Kalbung muss sich die Gebärmutter (Uterus) der Kuh wieder vollständig zurückbilden. Diese Rückbildung kann unter vielen Bedingungen gestört sein. Die Folge ist häufig eine Entzündung der Gebärmutter. Die Verursacher sind meistens Bakterien, die über die Scheide und den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eindringen (Endometritis).

Entzündung erkennen
Die meisten Fälle bleiben jedoch unerkannt. Genau deshalb wird das Vorkommen chronischer Endometritiden oft unterschätzt, wobei aber Schätzungen davon ausgehen, dass ca. 25 % aller Milchkühe nach der Abkalbung eine Gebärmutterentzündung aufweisen. Vor allem die „versteckten“ Gebärmutterentzündungen sind oft der Grund für eine mangelnde Fruchtbarkeit der betroffenen Kühe. Deshalb sollte jeder Milchkuhhalter alles daran setzen, Gebärmutterentzündungen möglichst schnell zu entdecken. Möglichkeiten, Gebärmutterentzündungen frühzeitig aufzuspüren, bieten das Scheidenspekulum oder auch die Ultraschalluntersuchung. Diese stellen sehr zuverlässige Diagnosemethoden dar, werden aber nur von Tierärzten (routinemäßig) angewendet.

Was kann der Landwirt selbst tun?
Eine einfache Methode ist das tägliche Fieber messen bei jeder frisch abgekalbten Kuh – zumindest während der ersten 7 Tage nach der Kalbung. Bei einer Körpertemperatur über 39,5 °C muss man von einer bakteriellen Infektion, z.B. einer Gebärmutterentzündung ausgehen. Dann sollte möglichst schnell der Tierarzt hinzugezogen und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden. Auf diese Weise wird die Infektion sehr früh gestoppt und weitreichende Schäden (starkes Absinken der Milchleistung, späte und schlechte erneute Trächtigkeit) weitestgehend verhindert. Gerade in kleineren Betrieben aber ist es schwer, die Frischabkalber in einer Extra-Gruppe oder in einer separaten Box zu halten, so dass es arbeitsorganisatorisch schwierig ist, diese Tiere 7 Tage lang immer aus der Herde herauszusuchen.

Autorin: Dr. Katrin MAHLKOW-NERGE, LK Schleswig-Holstein (D)


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Aktualisiert am: 07.12.2009 13:55
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