Gärheu – Eine tolle Alternative?

Gärheu ist für einige Landwirte bereits eine interessante Variante zu Silage oder Heu. Um auch bei dieser Konservierungsform eine optimale Qualität zu erreichen, müssen ein paar Punkte unbedingt beachtet werden.
Pferde und kleine Wiederkäuer (Schafe, Ziegen, Wild) nehmen qualitativ hochwertiges Gärheu besonders gerne an. Aber auch Rinder aller Leistungsklassen nehmen es begierig auf.
Pferde und kleine Wiederkäuer (Schafe, Ziegen, Wild) nehmen qualitativ hochwertiges Gärheu besonders gerne an. Aber auch Rinder aller Leistungsklassen nehmen es begierig auf.
Die Konservierung von Grünlandfutter für die Winterperiode aber auch für die Ganzjahresfütterung im Stall hat sich in den letzten 50 Jahren deutlich gewandelt. Wurde um 1950 nur die Trocknung von Grünfutter zu Heu und Grummet praktiziert, kam dann das Silieren stark auf. Heute erlebt die Heuproduktion wieder einen leichten Aufschwung. Ein Verfahren, das zwischen Silage und Heu liegt, kommt immer häufiger zum Einsatz – das Gärheu.

Voraussetzungen
Die Produktion von Gärheu ist etwas für Profis, sie müssen die Silierung bestens beherrschen. Jene Landwirte, die bisher schon sehr gute Silagen hergestellt haben, können es auch mit Gärheu versuchen. Wenn der erste stängelreichere Aufwuchs dafür vorgesehen ist, so muss unbedingt beim Ähren-/Rispenschieben gemäht werden. Die blattreicheren Folgeaufwüchse sind noch zur Blüte der Leitgräser (Seehöhe unter 600 m Knaulgras, über 600 m Goldhafer) für Gärheu geeignet. Stängelreiche Partien spät gemähten Futters sind nicht für Gärheu geeignet, da die groben Stängelteile einen luftdichten Zustand im Gärheustock oder Gärheuballen nicht zulassen und sobald Luft im Gärheu ist, verschimmelt (Staub) und verheft (Erwärmung) das Futter - es verdirbt.

Rechtzeitig mähen
Das Wichtigste für die Produktion von Gärheu ist rechzeitig mähen (blattreich), bestens verdichten und sechslagig wickeln. Im Fahrsilo ist es nicht so einfach, Gärheu zu bereiten. Insbesondere die Randstellen und die letzten 20 bis 40 cm sind besonders anfällig für Schimmelpilze. Ein weniger angewelktes Futter als oberste Schicht oder ein Silierzusatz mit Säuren wäre hier angebracht. Bei der Produktion von Gärheu werden Bakterienpräparate kaum wirksam.
Beginnen wir mit Gärheu, eine neue interessante Alternative in der Konservierungspalette zu erproben und zu erlernen.

Autor: Univ.Doz. Dr. Karl BUCHGRABER, LFZ Raumberg-Gumpenstein


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Aktualisiert am: 03.06.2009 16:58
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