GVO-Grenzwert: Toleranzschwelle soll Rechtssicherheit für Tierfuttermittelimporte verbessern

Die seit kurzem in Kraft getretene Toleranzschwelle für nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Futterlieferungen aus Übersee wird von Bracheninsidern begrüßt. Diese sogenannte "technische Lösung" werde die Wahrscheinlichkeit einer Unterbrechung der Versorgung verringern.
Der Grenzwert für GVO-Verunreinigungen bei Importen in die EU wurde auf 0,1 % Toleranz erhöht.
Der Grenzwert für GVO-Verunreinigungen bei Importen in die EU wurde auf 0,1 % Toleranz erhöht.
Die Europäische Kommission hat am 24.06.2011 eine entsprechende Verordnung angenommen, die Mitte Juli in Kraft getreten ist. Demnach gilt für GVO, deren EU-Zulassung noch nicht erfolgt ist, aber für die bereits ein Antrag bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eingereicht wurde, eine Nachweisgrenze von 0,1% am Massenanteil einer Lieferung. Zuvor galt eine absolute Nulltoleranz, was Kritikern zufolge bei uneinheitlichen Analyseergebnissen das Risiko von Einfuhrverboten erhöhte. Die Beanstandung eines Futtermittels sollte laut Kommission nur dann erfolgen, "wenn die von der Verordnung erfassten GV-Ausgangserzeugnisse in Mengen vorhanden sind, die an oder über der Nachweisgrenze von 0,1% liegen". Die Brüsseler Behörde bezeichnet dies als "technische Null"; sie entspricht dem geringsten Wert, der zwischen amtlichen EU-Labors zufriedenstellend reproduziert werden kann. Diese Toleranzschwelle war von Mischfutterherstellern lange gefordert worden. Weil GVO in anderen Teilen der Welt deutlich schneller zugelassen werden als in Europa, steige das Risiko, dass Lieferungen aus Übersee geringfügig mit solcher Ware verunreinigt sind, argumentierten sie. Futtermittelhersteller hatten immer wieder darauf verwiesen, dass dadurch die Eiweißversorgung der EU-Tierproduktion in Gefahr sei. Nach Angaben von COCERAL importierte die EU im Wirtschaftsjahr 2008/2009 rund 4 Mio. t Maisprodukte und 33 Mio t Sojaschrotäquivalent, hauptsächlich aus Argentinien, Brasilien und den USA. Diese Erzeugnisse werden vor allem in der Nutztierfütterung eingesetzt.


Aktualisiert am: 29.07.2011 08:18
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