GPS kontra Mensch

Automatische Lenkungen zählen zu den größten Errungenschaften der letzten Jahre in der Landtechnik. Sie entlasten den Fahrer um etwa 60 %. Ob sich mit solchen Systemen auch Arbeitszeit und Treibstoff sparen lässt hat "Der fortschrittliche Landwirt" gemeinsam mit der BOKU Wien untersucht.

Das GPS-System e-Drive von agrocom lässt sich jetzt auch mit der neu entwickelten 3-D-Kameratechnologie kombinieren. Dieses optische System erkennt räumlich Fahrgassen, Pflanzreihen und Dämme.
Das GPS-System e-Drive von agrocom lässt sich jetzt auch mit der neu entwickelten 3-D-Kameratechnologie kombinieren. Dieses optische System erkennt räumlich Fahrgassen, Pflanzreihen und Dämme.
Die ursprüngliche Triebfeder für die Entwicklung von Lenkhilfen in den 60iger Jahren war die Entlastung des Fahrers von der monotonen Lenkarbeit. Agrarstrukturbedingt wurden damals in den Großbetrieben der ehemaligen UDSSR aber auch in Großbritannien Lenkunterstützungen zum Einsatz gebracht. Heute wird das gleiche Hauptziel – physische und psychische Entlastung - aber mit neuen verfügbaren Technologien (GPS, Sensortechnik, Mechatronik) verfolgt.

Bei einer großstrukturierten Flächenausstattung, bringt ein automatisches GPS-Lenksystem Nutzen in den längeren Einsatzzeiten (bei Dämmerung, in der Nacht) und in der Erhöhung des Fahrkomforts. Aber auch Betriebsmitteleinsparungseffekte (Diesel, Pflanzenschutzmittel, Düngermittel) lassen sich laut Erfahrungsberichten damit realisieren.

Eindeutig konnte in den ersten Untersuchungen in Österreich zu den automatischen GPS-Lenksystemen gezeigt werden, dass sich auf kleinen Flächen keine Arbeitszeit- und Dieseleinsparungseffekte erzielen lassen. Der durch die Systemungenauigkeit bedingte erhöhte Arbeits- und Dieselaufwand konnte nicht durch den Einsparungseffekt im Wendevorgang kompensiert werden. Die Analyse der Systemgenauigkeit im Feld zeigte, dass neben systematischen auch zufällige Einflussfaktoren zum Tragen kommen.

Eine vollständige Kosten-Nutzen-Analyse ist zu Zeit schwer durchführbar, weil die Bewertung des qualitativen Nutzens (physische und psychische Entlastung des Fahrers) an Grenzen stößt bzw. auch die fehlerfreie Funktionalität z. T. noch nicht ausreichend gegeben ist. Zudem ergeben sich zukünftig neue technische Rahmenbedingungen (Stichwort: GALILEO, APOS).

Autoren: Dr. Gerhard MOITZI und Dr. Erwin HEINE, BOKU Wien; Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau.


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Aktualisiert am: 23.02.2006 15:26
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