GAP: Umverteilung von Groß zu Klein

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Die EU-Kommission will bei den Direktzahlungen eine Umverteilung hin zu mittleren und kleineren Betrieben. Das ist aber nur EU-weit sinnvoll. Ein Kommentar von LANDWIRT Redakteur Roman Goldberger.
Kommissionspräsident Jean-Claude Junker (li.) und Haushaltskommissar Günther Oettinger (re.) bei der Budgetpräsentation im EU-Parlament.
Kommissionspräsident Jean-Claude Junker (li.) und Haushaltskommissar Günther Oettinger (re.) bei der Budgetpräsentation im EU-Parlament.
Nun ist die Katze aus dem Sack. Die EU-Kommission will das Agrarbudget im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen um fünf Prozent kürzen. Die Finanzlücke nach dem EU-Austritt Großbritanniens im kommenden Jahr und die neuen Prioritäten (Grenzschutz, Terrorismusbekämpfung Terrorismusbekämpfung, Digitalisierung etc.) seien die Gründe, so die Kommission. Nun beginnen die Verhandlungen. Dabei darf niemand vergessen, wofür wir Landwirte Direktzahlungen beziehen: Dafür, dass Verarbeiter und Vermarkter exportieren können. Dafür, dass die EU-Staaten gemeinsam der größte Nettoexporteur von Agrarprodukten sind. Wer international wettbewerbsfähig sein will, braucht günstige Rohstoffe. Das ist der Grund, warum das landwirtschaftliche Einkommen weit unter den durchschnittlichen Bruttolöhnen liegt. Das ist der Grund, warum immer mehr Höfe ohne Übernehmer dastehen. Und das ist der Grund, warum die Bauern Direktzahlungen bekommen. Die Preise für Agrarprodukte sind in den letzten 20 Jahren statistisch um keine 20 Prozent gestiegen, während Betriebsmittel heute um 60 Prozent mehr kosten. Wir Bauern haben uns diese Situation nicht gewünscht. Es war die Entscheidung der EU und ihrer Mitgliedsstaaten. Mitgliedsstaaten, die nun weniger zahlen wollen, müssen klar sagen, wem sie was wegnehmen wollen. Die Kommission hat das gemacht: Sie will, dass Großbetriebe die Kürzungen tragen. Eine Obergrenze bei Direktzahlungen soll Mittel für kleinere Betriebe frei machen. Das hört sich zwar gut an. Blöd nur, wenn ein Land (wie Österreich) nur wenige Großbetriebe und die Umverteilung nur einen geringen Effekt hat. Eine Umverteilung von Groß zu Klein ist daher nur EU-weit sinnvoll.

Welche Auswirkung der Kommissionsvorschlag auf die Landwirte haben könnte und wie es nun weitergeht, lesen Sie in der LANDWIRT Ausgabe 10/2018. Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 10/2018 (solange der Vorrat reicht)

Aktualisiert am: 04.05.2018 10:15
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