GAP: Start der EU-Finanzverhandlungen in Brüssel

Bayern und Niederösterreich setzen sich gemeinsam für die Rahmenbedingungen der neuen Förderperiode ein.
Im Technologie- und Förderzentrum Straubing diskutierte die niederösterreichisch-bayerische Delegation über die gemeinsamen Ziele der neuen Agrarperiode. Am Bild v.li.: LR Andreas Liegenfeld, LR Dr. Stephan Pernkopf und Staatsminister Helmut Brunner. Foto: zVg
Im Technologie- und Förderzentrum Straubing diskutierte die niederösterreichisch-bayerische Delegation über die gemeinsamen Ziele der neuen Agrarperiode. Am Bild v.li.: LR Andreas Liegenfeld, LR Dr. Stephan Pernkopf und Staatsminister Helmut Brunner. Foto: zVg
In Brüssel laufen die entscheidenden Finanzrahmenverhandlungen für die Agrarförderperiode 2014 bis 2020. Aus diesem Anlass trafen sich wenige Tage zuvor der niederösterreichische Landesrat Dr. Stephan Pernkopf und Bayerns Staatsminister Helmut Brunner. Sie definierten dabei gemeinsame Ziele für die neue GAP-Periode.

„Ökologischer Aspekt darf nicht zu kurz kommen“

Der niederösterreichische Landesrat Stephan Pernkopf stellte dabei klar, dass neben den notwendigen Mitteln auch die Flächen weiter vorhanden sein müssen. Es sei in keinem ökologischen Interesse auf 93 % der bisherigen Flächen die gleiche Produktivität zu halten.
Auch sein bayerischer Amtskollege Staatsminister Helmut Brunner sieht die möglichen Flächenstillegungspläne der EU als Widerspruch zum wachsenden Bedarf an Lebensmitteln.

Europäische Eiweißversorgung: Donau-Soja

In der EU werden jährlich 33 Mio. t Sojaschrot benötigt, man produziert jedoch selbst nur knapp 1 Mio. t. Pernkopf und Brunner forderten daher die Verbesserung der europäischen Eiweißversorgung, die durch die Donau-Soja-Erklärung erreicht wird und welche von beiden Ländern bereits vergangenen September unterzeichnet wurde. „Die Donau-Soja-Erklärung soll für eine gesamteuropäische Lösung Vorbild sein. Es gilt die neuen Chancen in der Landwirtschaft zu nutzen. Auch Pflanzenöl und Bio-Ethanol sollen aus den Regionen Europas kommen und nicht aus Malaysia und Brasilen in die EU importiert werden“, so Pernkopf und Brunner unisono.

Energiewende
In Punkto Energie war man sich ebenfalls einig. „Erneuerbare Technologien müssen weiter ausgebaut werden. Pernkopf verwies hier auf Niederösterreichs Vorreiterrolle: "Wir produzieren bereits mehr als 90 % des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen, bis 2015 wollen wir den gesamten Strombedarf aus Wind, Wasser, Holz oder Sonne decken", so Pernkopf. „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist ein Konjunkturprogramm für den ländlichen Raum. Sie bietet vor allem den kleinteilig strukturierten land- und forstwirtschaftlichen Betrieben zusätzliche Einkommensquellen“, so Staatsminister Brunner.


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Aktualisiert am: 07.02.2013 15:58
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