Fünf Fragen zum Beweiden im Herbst

Herbstweide ist weit verbreitet. Dr. Andreas Steinwidder von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein weiß, was Sie beachten müssen um die Bestände gut auf die nächste Vegetationsperiode vorzubereiten.
Herbstweide ist nur bei trockenen Bodenverhältnissen sinnvoll, weil sonst die Grasnarbe stark belastet wird. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de
Herbstweide ist nur bei trockenen Bodenverhältnissen sinnvoll, weil sonst die Grasnarbe stark belastet wird. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de
LANDWIRT: Ist Herbstweide sinnvoll?

Steinwidder: Die Herbstweide auf Wiesen und Weiden kann aus pflanzenbaulicher Sicht empfohlen werden, wenn die Witterungsbedingungen und das Weidemanagement zu keinen starken Trittschäden führen.

Worauf ist außerdem zu achten?

Achten Sie darauf, dass der Pflanzenbestand nicht zu tief abgegrast in den Winter geht. Vor allem Horstgräser leiden sehr stark wenn sie tief genutzt werden, da sie oberirdisch Reservestoffe einlagern. Aber auch bei Weißklee und ausläufertreibenden Gräsern besteht ein Zusammenhang zwischen Herbstblattfläche und Frühjahrsentwicklung.

Wie lässt sich kontrollieren, ob die Wuchshöhe noch stimmt?

Aus Schweizer Versuchsergebnissen kann abgeleitet werden, dass der Pflanzenbestand mit einer durchschnittlichen Höhe von etwa 8–10 cm bei Zollstabmessung bzw. 6–8 cm bei Messung mit der Plastikdeckelmethode in den Winter gehen sollte. Bei einer tieferen Beweidung oder Schnittnutzung wurden im Folgejahr überproportionale Ertragseinbußen festgestellt. Vor allem auch auf Flächen, die im Frühjahr zeitig genutzt werden sollen (z.B. Weidestartflächen), ist ein rechtzeitiges Weideende erforderlich.

Dr. Andreas Steinwidder lehrt und forscht am Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Foto: Taferner
Dr. Andreas Steinwidder lehrt und forscht am Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Foto: Taferner
Soll ich nach der Weide düngen?

Düngermaßnahmen sollten grundsätzlich im Herbst so früh wie möglich erfolgen, da zu späte Düngung die Nährstoffausnutzung deutlich verschlechtert. Auf Dauerweideflächen kann eventuell ein Wiesenabschleppen im Herbst sinnvoll sein.

Ist eine Übersaat im Herbst bei Weidebetrieb zielführend?

Einige Betriebe führen im Spätherbst auf lückigen Beständen eine „Schlafsaat-Übersaat“ mit Einzelkomponenten oder Mischungen (5–10 kg/ha) durch. Das Saatgut wird von den weidenden Rindern angedrückt und soll aber erst im kommenden Frühjahr keimen. Dabei nutzt man die Frühjahrsfeuchtigkeit und die geringere Beschattung (der Konkurrenzdruck ist schwächer) aus, ist aber auch empfindlicher hinsichtlich Spätfröste.

PD Dr. Andreas Steinwidder ist Leiter des Instituts für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein.

Das Video zum Thema Herbstweide finden Sie auf dem LANDWIRT Youtube-Kanal.

Weiterführende Informationen zum Thema Weidewirtschaft:

Das Buch Gras dich fit! Weidewirtschaft erfolgreich umsetzen von Steinwidder und Starz erschien 2015 im Stocker Verlag. Hier bestellen

Weide-Info-Plattform der HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Der Film „Gras dich fit“ ist zum Preis von 10,- Euro zzgl. Porto erhältlich unter: office@bio-austria.at oder Tel. 0043 732/654 884


Aktualisiert am: 28.09.2017 15:39
News für Rinderhalter

Nachfrage nach Rindfleisch sinkt

Bei den weiblichen Schlachtrindern ist die Nachfrage EU-weit leicht rückläufig. Die Kuhpreise sind etwas unter Druck, die Preisreduzierung bleibt überschaubar.

Pinzgauer direkt vermarkten

Ein Landwirt aus Salzburg stellte vor zehn Jahren seine Pinzgauer von der Milch- auf die Fleischproduktion um. Er züchtet, mästet, schlachtet und vermarktet jährlich 30 Jungrinder selbst.

Warum die Grundfutterqualität entscheidet

Milchviehbetriebe mit mäßigen Grünlandbeständen geraten zunehmend in die Enge, da mit dem Zuchtfortschritt auch die Qualität des Grundfutters steigen muss. Mehr Kraftfutter aus dem Grünland heißt das Motto. Denn bestes Grundfutter hebt die Rentabilität.

Schlachtkuhmarkt Mitte April stabil

Bei den weiblichen Schlachtrindern ist das Angebot in den EU-Mitgliedsstaaten weiterhin gering und lässt sich meist zügig absetzen. Entsprechend dominieren in der dritten Aprilwoche stabile Preise.

Jungstiermarkt nach Ostern unter Druck

Nach den - in den letzten Wochen - EU-weiten Preisrückgängen bei Jungstieren wird nur regional von Absatzschwierigkeiten berichtet. Vor allem in Deutschland hat sich der Jungstierpreis stabilisiert und bleibt unverändert.

Mercosur: Liebe auf den zweiten Blick

Vor 19 Jahren starteten die Verhandlungen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern. Nun steht das Handelsabkommen vor dem Abschluss. Für die Bauern könnte es fatale Folgen haben.

Umfrage

alle Umfragen

Welche Entscheidungshilfe nutzen Sie, um den richtigen Besamungszeitpunkt ihrer Kalbinnen und Kühe zu bestimmen?

  • Tierbeobachtung
  • Videoüberwachung
  • Brunsterkennungssystem mit Halsband
  • Brunsterkennungssystem mit Ohrmarke
  • Brunsterkennungssystem mit Fußsensor
  • Suchbulle
  • Brunstsynchronisation
  • andere
Rund ums Grünland

Wie die Mähhöhe die Futterqualität beeinflusst

Mit der Mähhöhe können der Grad der Futterverschmutzung und damit direkt die Siliereigenschaften des Futters, der Ernteertrag und das Nachwuchsverhalten des Bestandes mitbeeinflusst werden.

Warum die Grundfutterqualität entscheidet

Milchviehbetriebe mit mäßigen Grünlandbeständen geraten zunehmend in die Enge, da mit dem Zuchtfortschritt auch die Qualität des Grundfutters steigen muss. Mehr Kraftfutter aus dem Grünland heißt das Motto. Denn bestes Grundfutter hebt die Rentabilität.

Tagung Landtechnik im Alpenraum 2018

Am 11. und 12. April 2018 findet in Feldkirch die Fachtagung „Landtechnik im Alpenraum“ statt. Die Themen reichen von Düngemanagement bis zu Precision Farming und Digitalisierung.

Weidezaun bauen

Wird die Weidhaltung intensiv betrieben, steigen auch die Anforderungen an den Zaun. Weidezäune müssen so gestaltet sein, dass sie die größtmögliche Hütesicherheit bei moderatem Arbeits- und Materialaufwand gewährleisten.

Weide und Melkroboter kombinieren

Bis vor vier Jahren standen die Kühe der Familie Schmid im Anbindestall. Seit dem vergangenen Sommer kommen die Tiere auf die Weide, gemolken wird automatisch. Ein Blick in einen Bio-Betrieb mit Melkroboter.

Wintertagung 2018 in Aigen im Ennstal

Zum 24. Mal fand am 1. und 2. Februar die Wintertagung in Aigen im Ennstal statt. Fachexperten referierten zu Themen der Grünland- und Viehwirtschaft, Tierhaltung sowie Düngung und Wasserwirtschaft.