Futterzusätze in der Schweinemast: Können sie Geruch und Schadgase reduzieren?

Die potenzielle Geruchsbelastung spielt bei Genehmigungsverfahren für Schweineställe eine fortwährend größere Rolle. Während technische Auflagen meist mit hohen Kosten verbunden sind, könnten Futterzusätze günstige Lösungen zur Emissionsminderung darstellen.
Futterzusätze können die Futterverwertung verbessern und die Geruchsbelastung mindern.
Futterzusätze können die Futterverwertung verbessern und die Geruchsbelastung mindern.
Zunehmende Probleme bei Genehmigungsverfahren von Stallungen waren Anlass der im Folgenden dargestellten Untersuchung für Ammoniak- und in weiterer Folge Emissionsreduktionen durch Futterzusätze in der Mastschweinehaltung. Im Speziellen trifft es schweinehaltende Betriebe, die vermehrt mit Einsprüchen von Anrainern, aber auch von Behörden, wegen möglicher künftiger oder bereites auftretenden Immissionen rechnen müssen.

Auflagen beeinflussen Wirtschaftlichkeit
Auflagen zur Emissionsminderung haben im Genehmigungsverfahren für Neu- und Umbauten vor allem eine wirtschaftliche Dimension, welche in vielen Fällen dramatische Auswirkungen für den einzelnen Betrieb haben kann. Zur Verbesserung oder in einzelnen Fälle sogar Problemlösung können oft ganz simple Eingriffe auf den Betrieben beitragen (Lüftungsmanagement, Fütterung, Sauberkeit im Stall, etc).
Aus gegebenem Anlass wurden in den Stallungen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein in den Jahren 2006-08 Mastschweineversuche mit drei speziellen Futterzusätzen zur Untersuchung des Reduktionspotentials hinsichtlich Geruch und Ammoniak durchgeführt.

Fazit
Die aktuellen Untersuchungsergebnisse zeigen ein mögliches Reduktionspotential vor allem für Ammoniak sowie teilweise Geruch aus Stallungen durch den Einsatz der verschiedenen Futterzusätze. Den höchsten Minderungsgrad hinsichtlich Ammoniaks konnte das Produkt APC nat. add. 0,2 vor allem in der Anfangsmast erreichen, eine konstante Reduktion über den gesamten Mastdurchgang wurde durch den Futterzusatz Aromex®ME Plus erzielt (durchschnittlich -38,60% NH3).
In den durchgeführten Versuchen wurde als zusätzlicher Nutzen vor allem durch das Produkt Riwa plus eine bessere Lebendmassezunahme und somit eine kürzere Mastdauer der Versuchsgruppe erreicht.
Nach einer genauen Durchsicht der anfallenden Kosten sollte sich jeder Landwirt individuell für die beste Lösung entscheiden, wobei mögliche Verbesserungen des Stallklimas (Geruchs- und Ammoniakreduktion) aber auch der tierischen Leistungen Entscheidungshilfe sein sollen.

Autorin: Ing. Irene MÖSENBACHER-MOLTERER, HBLFA Raumberg-Gumpenstein


Aktualisiert am: 20.03.2009 09:41
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