Futterqualität: Vom Feld in den Magen

Mangelhafte Qualität der eingesetzten Futtermittel wird oft als Ursache von Problemen in der Schweineproduktion fest gemacht. Bei betriebseigenem Futter liegt die Futter-Qualität in der eigenen Verantwortung. Wichtig ist, die kritischen Punkte vom Feld in den Schweinemagen zu kennen.
Hefen bilden sich vor allem wenn das Erntegut nicht rasch ins Lager gebracht wird.
Hefen bilden sich vor allem wenn das Erntegut nicht rasch ins Lager gebracht wird.
Auf den meisten Betrieben nehmen die hofeigenen Komponenten wie Mais und Getreide wertmäßig den größten Anteil in den Rationen ein. Anders als bei Sojaschrot und Mineralstoffen kann der Landwirt diese Rohstoffe selbst erzeugen und damit auch selbst für eine gute Ausgangsbasis sorgen.

Mykotoxin-Belastung erkennen
Den wirtschaftlich größten Schaden kann man in der Praxis immer wieder durch Mykotoxin-belastetes Getreide beobachten. Ein starkes Anzeichen für eine Belastung ist das geänderte Fressverhalten der Tiere. Bei sehr hohen Belastungen kann dies zur völligen Verweigerung des Futters führen. Weiters sind bei weiblichen Einstallferkeln eine Schwellung der Scham zu beobachten. Das in der Literatur beschriebene Erbrechen findet dagegen eher selten statt da die Tiere wie oben beschrieben das Futter eher verweigern.

Keimbelastung im Futter?
Hat man im Stall mit aufgeblähten, toten Schweine zu kämpfen und treten zusätzlich latente Durchfälle auf, empfiehlt es sich das Futter auf den Keimgehalt hin zu überprüfen.
Bei Flüssigfütterung kann eine Überprüfung einfach durchgeführt werden: Ein 5 Liter Kanister wird zu drei Viertel mit der Futtersuppe gefüllt und einige Stunden im Stall stehen gelassen. Eine etwaige Gasbildung ist deutlich an der Wölbung des Gebindes zu sehen.

Checkliste
Was tun gegen hohe Keimbelastung und Mykotoxine im Futter?
• Getreide und Mais früh ernten
• Fusarien - resistente Sorten verwenden
• Laufende Tierkontrolle
o Fressverhalten
o Anschwellen der Vulva bei Saugferkeln
• Futteruntersuchung nach der Ernte
• Mais rasch einlagern (Hefen)
• Mit der richtigen Feuchtigkeit einlagern
o Getreide und Trockenmais: 12-14 %
o CCM: 33 %
o Ganzkornsilage: 30 %
• Getreidekonservierung mit Säure
• Säure in der Flüssigfütterung
• Mykotoxinbinder
• Vitamin E

Autor: Hans-Peter BÄCK, Styriabrid, St. Veit


Aktualisiert am: 03.06.2009 17:02
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