Futtermittel: GVO-Nulltoleranz belastet Veredelung und Futtermittelbranche

Landwirte, Agrarhändler, Futtermittelhersteller und auch namhafte Umweltschutzorganisationen fragen sich: Wird es eng mit der Sojaversorgung in der EU, weil die in Übersee angebauten neuen GV-Sorten nicht importiert werden dürfen?
Spuren von gentechnisch veränderten, in der EU nicht zugelassenen (GV-)Sojabohnen- und Maissorten haben während der vergangenen Wochen mehrfach für Probleme gesorgt. Da selbst winzigste Mengen dieser Sorten nicht eingeführt werden dürfen - es gilt die Nulltoleranz -, wurde beispielsweise vor Kurzem in Spanien ein Sojadampfer mit verunreinigter Ware aus Südamerika zurückgeschickt.

Untragbares Risiko für die landwirtschaftliche Tierhaltung

„Die Weigerung der Politik, das Problem der so genannten Nulltoleranz für Spurenvermischungen noch nicht zugelassener gentechnisch veränderter Nutzpflanzen und deren Verarbeitungserzeugnisse (GVO) zu lösen, lädt der landwirtschaftlichen Tierhaltung und der Futtermittelbranche ein untragbares wirtschaftliches Risiko auf“, bewertet DVT-Präsident Helmut Wulf anlässlich der Jahrestagung des Verbandes in Münster den langen und andauernden Stillstand in dieser Angelegenheit. „Wir werden von den Märkten abgekoppelt, wie die Entwicklungen im europäischen Markt für Eiweißfuttermittel zeigen.

Gravierender Wettbewerbsnachteil für Agrar- und Ernährungsindustrie

Noch ist das Szenario von größeren Lieferausfällen zum Beispiel im Sojamarkt nicht vollständig eingepreist“, so die Einschätzung von Wulf. Der auf Rohstoffimporte vor allem von Eiweißträgern wie Soja angewiesenen europäischen Agrar- und Ernährungsindustrie erwächst damit ein gravierender Wettbewerbsnachteil, während tierische Lebensmittel, die in Drittländern mit GVO erzeugt worden sind, im Prinzip ungehindert Marktzutritt erhalten.


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Aktualisiert am: 29.09.2009 13:04
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