Futtermanagement: Planung – Konservierung – Lagerung

Zum Futtermanagement gehören neben einer vorausschauenden Planung auch qualitätssichernde Maßnahmen wie Konservierung und richtige Lagerung. Lagerschäden können die Futtermittelqualität massiv beeinträchtigen. Der Schweineerzeuger ist gefordert, gezielt Risikofaktoren auszuschalten.
Neben den Lagerkosten sind auch noch die Einlagerungs- und Entnahmekosten zu berücksichtigen.
Neben den Lagerkosten sind auch noch die Einlagerungs- und Entnahmekosten zu berücksichtigen.
Jeder Betrieb sollte seinen Jahresbedarf der eingesetzten Futtermittel vorausberechnen. Dadurch können Futtermittelengpässe im Jahresverlauf verhindert werden. Diese können teuer werden, wie das vergangene Jahr beweist.
Gerste hatte beispielsweise einen Ernte-Erzeugerpreis 2007 von rund € 165 – 170,-- pro Tonne. Im März 2008 musste man für den Gerstenankauf beim Landesproduktenhandel rund € 100 - 120,-- mehr auf den Tisch legen.

Einlagerung zur Ernte
Wer ausreichende Lagermöglichkeiten zur Verfügung hat, kann sein Getreide und seinen Mais bereits zur Erntezeit mit dem Erzeugerpreis einlagern, was Kostenvorteile bringen kann. Preissprünge können abgefangen werden und man erspart sich die Handelsspannen.
Eine ordentliche Futtermittelplanung garantiert auch kontinuierliche Rationen. Wer beispielsweise zu hohe Feuchtmaisanteile in den Rationen ansetzt und dann rund zwei Monate vor der neuen Ernte auf Trockenrationen umstellen muss, hat meist höhere Kosten und zusätzlich unangenehme Futterumstellungen durchzuführen. Jeder Futterwechsel kann zumindest kurzfristig zu eingeschränkten Tierleistungen führen.
Für die Ermittlung des Jahresbedarfs der Einzelfuttermittel sind die Futtermengen pro Schwein, die Schüttgewichte pro m3 für den Lagerbedarf und der Rechengang entscheidend.
Eine Reserve von 10 – 20 % ist notwendig, um betriebliche Schwankungen im Ernte- und Tierbereich auszugleichen.

Maßnahmen bei der Ernte
Für den Erntezeitpunkt sollte die Faustregel „besser früher als zu spät“ gelten. Zu späte Ernte kann zu erhöhten Mykotoxinbelastungen bei Getreide und Mais führen. Eine schonende Ernte mit geringem Bruchanteil hilft die Futterqualität zu steigern.
Der Zeitraum zwischen Ernte und Konservierung muss möglichst kurz gehalten werden, denn eine Erwärmung des Erntegutes führt zu Nährstoffabbau. Zusätzlich kann die Keimzahl durch Pilze und Bakterien steigen.
Getreide ist auf jeden Fall mindestens zweimal ordentlich zu reinigen, bevor es eingelagert wird.
Futtermittel sind vor der Einlagerung zumindest mit der Sinnesprüfung (Farbe, Struktur, Geruch, Temperatur, Fremdbesatz,…) und vorbeugend oder bei Verdacht auf Mängel mit Labormethoden auf Mykotoxine oder Mikrobiologie zu untersuchen.



Autor: Ing. Rudolf SCHMIED, SchweineBeratung Steiermark (SBS), Gleisdorf


Aktualisiert am: 07.04.2008 16:03
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