Futterkosten: So verringern Sie den Aufwand

Auch nach der Ernte 2008 bleiben die Futterkosten relativ hoch. Obwohl Getreide wieder preiswerter geworden ist, bleibt Eiweiß teuer. Daher gilt es alle Faktoren auf den Prüfstand zu stellen, die den Futteraufwand beeinflussen.
Mit dem Ziel geringe Futtermengen bedarfsgerecht aus zudosieren, gibt es auch bei relativ einfacher Technik Entwicklungsbedarf.
Mit dem Ziel geringe Futtermengen bedarfsgerecht aus zudosieren, gibt es auch bei relativ einfacher Technik Entwicklungsbedarf.
Etwa 30-40 % des erforderlichen Lysins einer Schweinemastration kommen aus dem Getreide. Mit jeder neuen Ernte gilt es über eine optimale Probenziehung (Sammelproben) und Analyse sicher einzuschätzen wie hoch dieser Anteil ist. In der Regel korrelieren hohe Erträge mit einem niedrigen Rohproteingehalt, aber nicht in gleichem Maße mit einem niedrigen Lysin Gehalt. Mit genauer Kenntnis der Lysin Beiträge der einzelnen Rationskomponenten kann auf Sicherheitszuschläge verzichtet werden. Denn es gilt bedarfsgerecht zu füttern. Für jeden Betrieb ist es jedoch sinnvoll alle Faktoren zu überdenken, die den Aufwand an Futter in verkaufsfähige Produkte beeinflussen.

Restriktive Fütterung
Der Einzelbetrieb sollte überprüfen, ob die Zunahmespitzen (über 20 - 30 % über der vorgesehenen Futterkurve) mit der Futterverwertung korrespondieren. Ist das nicht der Fall sollte man bei bestehenden Möglichkeiten zur Steuerung der Futteraufnahmemenge (zB Sensorfütterung) nicht ausfüttern. Voraussetzung dafür ist, dass die Mastgruppen konditionell möglichst ausgeglichen sind, sonst werden nur die konditionell schwachen Schweine einer Mastgruppe restriktiv gefüttert. Restriktive Fütterung funktioniert am besten, wenn jedes Schwein einen Fressplatz hat (Lang- oder Quertrog).

Sind leichtere Schweine wirtschaftlicher?
Die optimalen Verkaufsgewichte der Mastschweine sind ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und ändern sich damit ständig. In Deutschland wie in Österreich sind sie innerhalb der letzen 10 Jahre angestiegen. Teurere Ferkel, preiswertes Futter, hohe Zunahmen zum Zeitpunkt der Selektion (über 750 g) und ein vergleichsweise moderater, gewichtsabhängiger Abfall im Muskelfleischanteil (max. 1 % je 10 kg oberhalb von 106 kg Lebendgewicht) können hohe Schlachtgewichte wirtschaftlich attraktiv machen. Bislang wurde die mit dem Gewicht schlechter werdende Futterverwertung (Richtung 1: 4 und mehr) durch die anderen genannten Faktoren relativ leicht kompensiert. Einzelbetrieblicher Spielraum in Richtung höherer Ausstallgewichte hängt stark von dessen ‚Umtriebsrelevanz’ ab. Je nach der Leistung kommt es auch darauf an, ob der frei werdende Mastplatz zur Wiederbelegung führt bzw. benötigt wird oder nicht.

Trog muss leer werden
Futterverluste an Rohrbreiautomaten für Mastschweine entstehen auch durch zu hohen Tierbesatz, der zu hoher Frequenz am Automaten führt. Dagegen werden bei Sensorfütterung Futterzeiten zu länger andauernden Futterblöcken zusammengelegt, um auch den schwachen Tieren die Möglichkeiten zur Futteraufnahme zu erhöhen. Die Kehrseite der Medaille ist, dass sich der Futteraufwand tendenziell erhöhen kann (+ 0,1 bis 0,3), weil die Gefahr besteht, dass die Tröge am Ende des Futterblockes nicht leer werden. Die Blockgestaltung sollte also so sein, dass kein Futter im Trog bleibt und trotzdem alle Schweine ausreichend Futter angeboten bekommen. Das setzt eine intensive Betreuung der Mastbestände voraus und kann auch mit moderner Fütterungstechnik nicht in dem Maße erreicht werden wie das menschliche Auge das kann.

Autor: Dr. Eckhard MEYER, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Köllitsch


Aktualisiert am: 24.11.2008 16:15
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