Futterkosten: Mit System füttern

Vor allem in Zeiten mit niedrigen Milchpreisen legen Landwirte den Rechenstift bei den Rationen an. Der Betrieb Spieler will die Futterkosten senken, indem er die Effizienz der Fütterung verbessert und die Kosten der Futtermittel genau unter die Lupe nimmt.
Alle 10 Tage mischt Georg Spieler eine Kraftfuttermischung, die die Kühe im Melkroboter erhalten.
Alle 10 Tage mischt Georg Spieler eine Kraftfuttermischung, die die Kühe im Melkroboter erhalten.
Georg Spieler legt bei seinen Betriebsmitteln Wert darauf, sie günstig einzukaufen. Vor allem bei der Fütterung seiner Milchviehherde setzt er an: „Die Futterkosten machen den größten Teil meiner Kosten aus. Deshalb muss ich sie genau im Auge haben“. Georg Spieler legt dabei großen Wert auf die Effizienz der Milchviehration. „Wir haben einen guten Vertrag mit der Herstellerfirma unseres Futtermischwagens Keenan, die für uns die Rationsberechnung übernimmt“, erzählt der Landwirt. Einmal pro Jahr besucht ein Berater der Firma aus Norddeutschland den Betrieb, um die Fütterung zu überwachen. Früher fand diese Beratung mehrmals im Jahr statt. Mittlerweile sieht sich Spieler im Stande, die Herde selbst gut einzuschätzen und einen Großteil der Beratung via Telefon oder E-Mail in Anspruch zu nehmen.

Sandwichsilage spart Zeit
Da die Fläche um den Hof begrenzt war, entschied sich Georg Spieler, 2 überdachte Fahrsilos mit 1.200 und 600 m³ zu errichten. Darin siliert er die fünf Grasschnitte und die Maissilage als Sandwichsilage ein. „Ich schätze es sehr, während des Jahres nur einen Silo offen zu haben. Durch das Dach wird die Silage auch nie warm“, ist sich der Bauer sicher. Auch die Nacherwärmung am Futtertisch hat er durch eine Adaption in den Griff bekommen. „Auf dem rauen Beton begann die Mischration früher rasch warm zu werden und zu riechen. Seit wir den Fressplatz mit Niro ausgelegt haben, bleibt die Mischung frisch und es reicht, einmal pro Tag Futter vorzulegen“, zeigt sich Spieler zufrieden.

Trockenschlempen in Ration
Da Spieler nur gentechnikfreie Futtermittel einsetzen darf, ist es besonders bei Eiweißfuttermitteln schwierig geworden, günstige Anbieter zu finden. Aus diesem Grund begann Georg Spieler schon vor einigen Jahren, Trockenschlempen in die Ration einzumischen. Für die letzte Lieferung Actiprot bezahlte er 21,50 Euro pro Tonne. Für gentechnikfreies Soja hätte er ca. 48 Euro auf den Tisch legen müssen. „Da Actiprot ein langsam verfügbares Eiweiß ist, kann ich den Soja in der Ration damit ersetzen“, berichtet der Milchbauer. Er gibt aber zu bedenken, dass Actiprot nicht alle anderen Eiweißfuttermittel ersetzen, sondern mit ihnen kombiniert werden soll. Zudem müsse man den hohen Phosphor- und Natriumgehalt von Actiprot beachten.

Autorin: DI Stephanie GROSSPÖTZL, Sigharting


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Aktualisiert am: 06.10.2009 11:40
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