Futterhygiene in der Praxis: ÖAG Sonderbeilage Teil 2

Qualitativ hochwertige Futtermittel zählen zu den wesentlichen Voraussetzungen für eine wirtschaftliche und somit erfolgreiche Tierhaltung. Dabei ist insbesondere auch die Futterhygiene von entscheidender Bedeutung.
Bezüglich der Einflüsse auf das Verpilzungsrisiko ist die gesamte Futterkette, vom Feld bis ins Lager, zu betrachten.
Bezüglich der Einflüsse auf das Verpilzungsrisiko ist die gesamte Futterkette, vom Feld bis ins Lager, zu betrachten.
Wie bei Grundfuttermitteln wird auch bei Körnerfrüchten, die in der Regel als hofeigenes Futter produziert werden, die Futterhygiene in erster Linie mit dem Verpilzungsgrad in Verbindung gebracht. Bezüglich der Einflüsse auf das Verpilzungsrisiko ist die gesamte Futterkette, vom Feld bis ins Lager, zu betrachten. Neben der jahres- und gebietsspezifischen Witterung, als nicht zu beeinflussender Faktor, kann vor allem durch richtige Pflanzenbau- und Erntemaßnahmen sowie durch eine richtige Lagerung des Erntegutes das Verpilzungsrisiko minimiert werden. Zu den speziellen, getreidespezifischen Qualitätsproblemen zählen der Auswuchs und das Auftreten von Mutterkorn.

Auswuchs
Von Auswuchs können alle Getreidearten betroffen sein, wenn aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen nicht zeitgerecht geerntet werden kann. Als Kennzeichen einer eingeleiteten Keimung bewirkt Auswuchs eine Umwandlung von Stärke in Zucker. Bei Auswuchsgetreide ist daher mit verminderten Stärkegehalten und erhöhten Zuckergehalten zu rechnen, die in Kombination mit den erhöhten Feuchtegehalten ideale Entwicklungsbedingungen für Pilze darstellen. Häufig wird Auswuchsgetreide als Risikofutter mit grundsätzlich schlechter Futterhygiene bewertet, das in der Fütterung nicht eingesetzt werden sollte.

Mutterkorn
In den letzten Jahren kann in vielen Getreideanbaugebieten ein zunehmendes Auftreten von Mutterkorn beobachtet werden. Als Mutterkorn bezeichnet man die schwarzen, meist bohnenförmig gebogenen 1 bis 3 cm großen Sklerotien, die als Dauermycel des Pilzes Claviceps purpurea in Erscheinung treten. Diese Sklerotien enthalten als Gifte sogenannte Alkaloide, die in der Fütterung landwirtschaftlicher Nutztiere schwerwiegende tiergesundheitliche Probleme hervorrufen können.

Autoren: DI Günter Wiedner, FML Rosenau und DI Gerald Stögmüller, LK NÖ

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 12 von „Der fortschrittliche Landwirt“

Weiters in dieser Ausgabe:


Aktualisiert am: 05.06.2012 11:28
Landwirt.com Händler Landwirt.com User