Futterhygiene in der Praxis

Qualitativ hochwertige Futtermittel zählen zu den wesentlichen Voraussetzungen für eine wirtschaftliche und somit erfolgreiche Tierhaltung. Dabei ist insbesondere auch die Futterhygiene von entscheidender Bedeutung.
Zeitgerechter Schnitt, geringe Futterverschmutzung, ein optimaler Anwelkgrad und das Einhalten der Silierregeln wirken dem Verpilzungsrisiko entgegen.
Zeitgerechter Schnitt, geringe Futterverschmutzung, ein optimaler Anwelkgrad und das Einhalten der Silierregeln wirken dem Verpilzungsrisiko entgegen.
Grassilagen sind anfällig für Schimmelpilze, zeigen jedoch seltener Belastungen mit Hefen, weil die üblichen Gehalte an Essigsäure die Hefeentwicklung hemmen. Grassilagen neigen daher auch weniger zu Nacherwärmungen (= aerober Nährstoffabbau, der durch Hefen verursacht wird) als Maissilagen. Schimmelpilzbildungen in Grassilagen werden primär durch Fehler bei der Grünlandernte und Siliertechnik verursacht. Zeitgerechter Schnitt, geringe Futterverschmutzung, ein optimaler Anwelkgrad und das Einhalten der Silierregeln wirken dem Verpilzungsrisiko entgegen. Zu später Schnitt (überständiges, rohfaserreiches Gras) in Kombination mit einem hohen Anwelkgrad (über 40 % Trockenmasse) erschweren die Verdichtung und fördern durch Lufteinschlüsse das Risiko für Fehlgärungen und Schimmelpilzbildungen.

Maissilage
Qualitätsmängel bei Maissilagen bzw. auch Maiskornsilagen sind aus futterhygienischer Sicht überwiegend auf Hefen zurückzuführen, die sich mangels höherer Gehalte an Essigsäure ungehemmt vermehren können. Dabei wird der maximal zu tolerierende Keimgehalt von einer Million koloniebildender Einheiten (= KbE) je Gramm Futtermittel in der Praxis häufig um ein Vielfaches überschritten. Als Folge sind der Nährstoffgehalt und die Stabilität der Silage deutlich vermindert. Einer rechtzeitig durchgeführten Silomaisernte und möglichst raschen Silierung sollte in diesem Zusammenhang mehr Beachtung geschenkt werden. Als Schimmelpilzart wird in Mais- und Maiskornsilagen häufig Monascus ruber nachgewiesen, eine Spezies, die rote Knollen bildet, jahresspezifisch auftritt und auch in gut verdichteten Silagen bzw. Silageschichten

Autoren: DI Günther Wiedner, FML Rosenau und DI Gerald Stögmüller, LK NÖ

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 11 von „Der fortschrittliche Landwirt“

Weiters in dieser Ausgabe:


Aktualisiert am: 15.05.2012 11:40
Landwirt.com Händler Landwirt.com User